Windhagener Heimat- & Verschönerungsverein


Auf den Spuren des A3 Autobahnbaus

Die Mitglieder des Windhagener Heimat- & Verschönerungsvereins begaben sich auf ihren vierten Gemarkungsgang, den der zweite Vorsitzende Ernst-Dieter Meyer dem Thema des A3 Autobahnbaus gewidmet hatte.

Bild: Achim Bruns

Dr. Thomas Stumpf, der Vorsitzende begrüßte die fast zwei Dutzend Vereinsmitglieder, die an der Wanderung teilnahmen und übergab an Dieter Meyer, der die interessierten Teilnehmer vom Treffpunkt bei der Windhagener Feuerwehr in ein nahes Waldstück zu alten mächtigen Betonsockeln führte. Sachkundig erläuterte er den einstigen Zweck dieser Sockel, die vor über 100 Jahren als Fundament für Tragmasten einer Materialseilbahn dienten, mit denen in der Nähe abgebauter Basalt bis an den Rhein transportiert worden war. Das Material Basalt spielte auch eine wichtige Rolle beim Bau der Autobahn A3 als Untergrundmaterial für eine belastbare Straßendecke.

Der Basaltabbau schuf in der damals bitterarmen Gegend des vorderen Westerwalds erstmalig sichere Arbeitseinkommen für die einheimische Bevölkerung. Obwohl die Planung für die Autobahn A3 bereits 1920 in Angriff genommen worden war, begannen die Arbeiten in dieser Gegend erst 1936, von dem nationalsozialistischen System als propagandistisch ausgewertete enorme Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die von der Bevölkerung als willkommene Verdienstmöglichkeit wahrgenommen wurde.

Die Wanderung führte zu weiteren Spuren der einstigen Materialseilbahn, die in Form der mächtigen Betonsockel in unserer Umgebung noch zu finden sind. Der Basaltabbau sicherte über Jahrzehnte die Einkommensmöglichkeiten, insbesondere da das Material in den Niederlanden für Küstenschutzmaßnahmen sehr begehrt war. Dieter Meyer wusste auch über die geologischen Voraussetzungen zu berichten, die zur Entstehung der Basaltlagerstätten führten. Der Autobahnbau war zu der damaligen Zeit eine enorme Knochenarbeit, denn es gab kaum Bagger, Lastwagen oder schweres Gerät zur Erdbewegung. So hieß es schaufeln, stemmen, roden, und alles in Handarbeit, die von Tausenden Arbeitern zu bewältigen war. Allenfalls gab es wenige Lastkraftwagen, jedoch mehr Pferde- oder Ochsenfuhrwerke zum Transport der Erdmassen. In der heutigen Arbeitswelt ist dies kaum noch vorstellbar.

Anschaulich berichtete Ernst-Dieter Meyer über die damaligen Arbeitsverhältnisse und ihre Bedeutung für unsere Region. Die Teilnehmer des Gemarkungsgangs, der sich bei besten Wetterbedingungen als äußerst angenehme Veranstaltung gestaltete, konnten sich zum Abschluss der Wanderung auf einen deftigen Imbiss mit Kartoffelsalat, Würstchen und kalten Getränken auf dem Grundstück des Windhagener Backes freuen. Hier wurde die lehrreiche Wanderung in fröhlicher Runde beendet.

 

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