Theater(gruppen) und ihre Kostüme


Aus dem Fundus geplaudert

Egal ob im professionellen oder im Amateurbereich, Kostüme spielen beim Theaterspiel eine tragende Rolle. RWN ging der Frage nach, woher die Kostüme stammen und was nach der jeweiligen Spielzeit mit ihnen passiert.

Love & Peace im Landratsamt: Der Theaterverein Thalia sorgt meist selbst für seine Kostüme.
Bild: privat

Die Laienspielgruppe St. Katharinen hat zwar einen Fundus, greift aber sehr selten darauf zurück. „Er wird nicht so genutzt, wie wir uns das vorgestellt haben“, erklärt Mechthilde Ewenz, Vorsitzende der Gruppe. „Wenn wir wissen, was wir für Rollen spielen, dann kümmert sich jeder selber um das, was er anzieht.“

Die Laien schauen, was sie selber haben oder sie tauschen sich untereinander aus. „Wenn es etwas ganz Ausgefallenes ist, suchen wir im Internet“, so Ewenz. „Das kommt jedoch eher selten vor, weil wir eigentlich immer Personen aus dem alltäglichen Leben darstellen. Vor etlichen Jahren haben wir mal ein Stück gespielt, da ging‘s um Adelige, da haben wir dann etwas bessere Kostüme gesucht.“

Für die meist in der Jetztzeit spielenden Stücke wird selten etwas genäht. 1998 und 2005 hat die Laienspielgruppe jedoch die Passion aufgeführt. „Dazu hatten wir Gruppen gebildet, in denen die Gewänder entworfen, zugeschnitten und zusammengenäht wurden“, erinnert sich die Vorsitzende. „Da haben wir monatelang genäht.“ Die Kostüme der römischen Soldaten stammten aus einem Kostümverleih, der ab und an genutzt wird.

Auch das Erwachsenenensemble des Theatervereins Thalia Buchholz spielt vorwiegend Stücke, die in der heutigen Zeit verortet sind. „Die Kostüme sind meist ganz normale Kleidungsstücke, die man selbst oder ein anderer im Schrank hat. Dann wird mitgebracht, geguckt, wer was hat und probiert“, weiß Vereinsvorsitzende Petra Braun. So muss nur gekauft werden, was wirklich keiner hat und auch sonst nicht tragen würde. Mitunter gibt es aber auch Stücke wie „Millionäre bevorzugt“, für die hochwertige Kostüme benötigt werden. Dann greift der Verein auf einen Kostümverleih zurück. „Da haben wir 60er Jahre-Petticoat-Kleider angehabt“, so Braun. „Das macht schon Spaß, mal in richtig tolle Kostüme reinzuschlüpfen, aber es ist auch recht teuer.“

Bei dem aus etwa 25 bis 30 Kindern und jungen Erwachsenen bestehenden Märchenensemble, gibt es immer eine kleine Gruppe, die sich um die Kostüme kümmert und sich bemüht, dass das, was die Regie wünscht, auch so angefertigt oder angeschafft wird. „Man kann auch schon mal ein Kostüm oder zwei im Karnevalsbedarf kaufen. Das klappt aber nicht jedes Mal“, so die Vorsitzende. Oft werden die vorhandenen Kostüme immer wieder abgewandelt, zum Teil aber auch ganze Kostüme selbst genäht.

Welche Arbeiten bei einer neuen Produktion auf die Kostümwerkstätten des Theater Bonn zukommen, hängt vom Konzept und Entwurf des jeweiligen Regieteams ab. „Das kann manchmal ein komplettes Anfertigungsstück sein, es kann ein komplettes Fundusstück sein, es kann aber auch eine Mischung aus Kaufen, Machen und Fundus sein“, weiß Kostümdirektorin Adelheid Pohlmann. Fast jedes Jahr veranstaltet das Theater einen Kostümverkauf – diesmal am 29. Januar ab 18 Uhr im Foyer der Kammerspiele. „Weil wir dauernd produzieren, aber keine wachsenden Funduskapazitäten haben, muss man sich immer wieder von Dingen trennen“, so Pohlmann.

Ausgemustert wird, was keine Chance mehr auf einen Bühnenauftritt hat. Während viele Leute nach einer Verkleidung für Karneval suchen, gibt es auch Besucher, die einer Theatergruppe angehören oder etwas für den Alltag kaufen – neben ausgefallenen Bühnenkostümen werden nämlich auch normale Kleidungsstücke angeboten. (eg)

 

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