Die Gestaltung der Stadt von Morgen

 

Aus öffentlichem Raum einen Identifikationsraum schaffen

Um in Städten auch im ländlichen Raum leben, arbeiten und Freizeit genießen zu können, bedarf es lebendiger und lebenswerter Zentren. Dieser Aufgabe widmet sich die Stadtentwicklung beziehungsweise -planung. Neben der korrekten Anwendung des rechtlichen Rahmens kommt dabei der Berücksichtigung gewachsener räumlicher und sozialer Strukturen eine große Bedeutung zu. Denn auch die Städte im RWN-Land sind gebaut und egal, ob es der „große Wurf“, wie in Bad Honnef geplant, oder die „behutsame Erneuerung“, wie jüngst in Altenkirchen realisiert, ist: Die Bereitschaft aller Akteure vor Ort mitzuwirken und die Planungsinhalte integrativ zu betrachten, sind von immenser Bedeutung für die Umsetzung und die Akzeptanz eines Projektes.

In die Sanierung der Altenkirchener Innenstadt flossen in den letzten 25 Jahren Investitionen von mehr als 18 Millionen Euro.
Bild: Presseagentur Funk/imr

Für Stadtplaner selbst sind Globalisierung, Digitalisierung und demografischer Wandel die größten Herausforderungen. Zwar ist das Angebot an strategischen Optionen, Ideen und Impulsen groß, doch die hohe Kunst, lebendige Orte für die Zukunft zu gestalten, besteht darin, schon heute die Chancen und Perspektiven zu erkennen, die morgen die Grundlage gesunder wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung sind. Und diese sollten idealerweise auch noch in Einklang mit den natürlichen Ressourcen gebracht werden.

Als man sich in den späten 80er Jahren in Altenkirchen an die Zukunftsplanungen machte, waren aktuelle Problemstellungen wie Engpässe auf dem Wohnungsmarkt, die Energiewende, die Verankerung der Nachhaltigkeit auf der lokalen Ebene und neue Kulturen der Bürgerbeteiligung noch kein Thema. Auch das Leitbild „… offene Kreisstadt mit Herz!“ entstand erst im Fortgang der Sanierungsarbeiten, die in diesem Sommer nach exakt 25 Jahren vollendet und mit einem großen Bürgerfest gefeiert wurden. 1993 starteten die ersten der insgesamt 18 groß angelegten Sanierungsarbeiten, deren Kosten sich auf mehr als 18 Millionen summierten. Die Veränderungen sind am deutlichsten in der Innenstadt und rund um den Bahnhof sichtbar.

Dennoch wird es wohl nur wenigen leicht fallen, sich an das Stadtbild vor einem Vierteljahrhundert zu erinnern, wie etwa den Schlossplatz ohne Tiefgarage oder den Bahnhof ohne Busbahnhof.  Dass es sich gelohnt hat, in die weitere Entwicklung von Altenkirchen zu investieren, ist unbestritten. Ob der dabei eingeschlagene Weg ein Königsweg ist, den Einwohnern auch in Zukunft eine hohe Lebensqualität und den Unternehmen einen leistungsfähigen  Standort zu bieten, wird sich zeigen. Denn ein gutes Konzept benötigt nicht nur ein solides Fundament, es braucht auch langen Atem.

Aufwertung der Insel Grafenwerth

Welchen Leitbildern die städtebauliche Entwicklung in Bad Honnef in den kommenden zehn bis 15 Jahren folgen soll, hat der Stadtrat im Dezember 2016 in seinem Integrierten Stadtentwicklungskonzept beschlossen, wobei das Wort integriert für das Zusammenspiel von Verwaltung, Politik und Bürgerschaft steht. Es umfasst neben den klassischen Planungsthemen und Handlungsfeldern wie Verkehr, Neubauten und öffentliche auch soziale Aspekte.

Weitergehende, konkretisierte Teilbereiche sind das „Integrierte Handlungskonzept Stadterneuerung Innenstadt/Rheinufer/Rhöndorf“, das die Prüfung nördlich vom Stadtgarten inkludiert, sowie das „Stadtbezirkszentrum Aegidienberg/Berglage“ und der „Perspektivraum Bad Honnef-Süd“.

Als erstes Ergebnis schlagen die Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro für die Aufwertung der Insel Grafenwerth zu Buche, die hilfreich sind, die wesentlichen Ziele zu erreichen: die Funktionen der Innenstadt zu stärken, ihre Attraktivität zu erhöhen und sie in besserer Qualität und Effizienz mit dem Rheinufer und dem ÖPNV zu verbinden. (imr)