Jan Ermtraud

 

Ausblick für die Verbandsgemeinde Bad Hönningen

Jan Ermtraud
Bild: VG

2020 stand auch in unserer Verbandsgemeinde das Thema Virus und seine Bekämpfung ganz oben. Seitens der Verwaltung, aber sehr erfreulich auch durch viele Eigeninitiativen, wurde versucht, schnelle und unkomplizierte Lösungen zu finden. Denn die Probleme durch den Shutdown haben jeden betroffen, besonders aber ältere und mobilitätsbeschränkte Mitbürgerinnen und Mitbürger.

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die daran beteiligt waren und bis heute noch beteiligt sind. In diesen Dank möchte ich die Verwaltung der Verbandsgemeinde ausdrücklich einbeziehen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen unseren Bürgerinnen und Bürgern, den örtlichen Gemeindeverwaltungen und politischen Gremien immer vollumfänglich als Ansprechpartner und Dienstleister zur Verfügung, auch unter Beachtung pandemiebedingter Beschränkungen.

Ein wichtiges Ereignis, nicht nur für mich persönlich, war die Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde. Auch sie wurde durch die Corona-Pandemie erheblich beeinflusst. Der vorgesehene Wahltermin im Mai musste aufgrund der Infektionen verschoben werden. Auch an dieser Stelle sage ich allen, die mich gewählt haben, noch einmal Dankeschön, aber auch allen anderen Wählern für ihr Engagement. Ich verspreche allen, in den kommenden Jahren mein Bestes zum Wohle der gesamten Verbandsgemeinde zu geben.

Angesichts der Pandemie waren die übrigen Aufgaben sowohl der Verwaltung in den Ortsgemeinden und der Verbandsgemeinde als auch der kommunalen Gremien fast nur noch Themen der zweiten Reihe. Nichtsdestotrotz mussten im Sinne der Bürger auch andere zukunftsorientierte Entscheidungen getroffen und durch die jeweiligen Verwaltungen umgesetzt werden. Und es wurde beraten, verhandelt und entschieden in den Ortsgemeinderäten und im Verbandsgemeinderat.

Seit dem Ausscheiden von Michael Mahlert als Verbandsgemeindebürgermeister hat Reiner W. Schmitz zunächst ehrenamtlich als 1, Beigeordneter und dann als Beauftragter bis zum Jahresende 2020 die Leitung der Verbandsgemeinde übernommen. Er hat in dieser Zeit aber nicht abwartend als Vertreter gearbeitet, vielmehr hat er initiativ die Aufgaben eines Bürgermeisters wahrgenommen. Er hat viele Dinge angestoßen, forciert und zur Entscheidung gebracht. Dafür möchte ich ihm im Namen aller Bürgerinnen und Bürger sowie der Ortsgemeinden und Gremien meine Anerkennung und meinen herzlichen Dank aussprechen.

Wichtige Themen für die Zukunftsfähigkeit unserer Verbandsgemeinde wurden auf den Weg gebracht und intensiviert. Hierzu gehören neben dem Einstieg in die Digitalisierung der Verwaltung auch interkommunale Kooperationen mit den Gemeinden von der Landesgrenze NRW bis nach Koblenz im Rahmen des Landesprogramms „Starke Kommunen – Starkes Land“ und des europäischen LEADER-Programms.

Ein sehr wichtiges Thema war auch die Beratung und Beschlussfassung über das Einzelhandelskonzept für die Verbandsgemeinde Bad Hönningen. Demnach kann durch die Zulassung eines weiteren Einkaufsmarktes, eines sogenannten Vollsortimenters, für die Verbandsgemeinde am Kreisel zwischen Bad Hönningen und Rheinbrohl die Einkaufsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger erweitert werden. Ebenso ist dieses Konzept wichtig um auch in Bad Hönningen eine Weiterentwicklung voranzubringen.

Ausblick auf 2021

Leider ist bereits heute absehbar, dass wir wegen der Corona-Pandemie auch im neuen Jahr noch eine lange Zeit Einschränkungen hinnehmen und auf lieb gewordenen Traditionen verzichten müssen. Daher gilt es auch weiterhin wachsam zu sein und mindestens die empfohlenen Schutzmaßnahmen zu beachten – nicht nur im eigenen Interesse, sondern im Interesse aller Mitbürgerinnen und Mitbürger. Dabei wird uns sicherlich ein Impfstoff gegen Corona unterstützen, jedoch dauert es bis genügend Menschen geimpft sind.

Mein Wunsch an Sie zum Jahresbeginn ist: Zeigen Sie bürgerschaftliches Engagement. Unterstützen Sie bitte diejenigen, die Corona bedingt beeinträchtigt sind und sich nicht selbst helfen können.

Und noch ein Wunsch: Es ist noch kein (Bürger-)Meister vom Himmel gefallen. Ohne Ihre Hilfe, Anregungen, ja auch ohne Ihre Kritik, wird meine neue Aufgabe als Ihr Bürgermeister nur schwer zu erfüllen sein. Ich verspreche Ihnen, dass ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten daran arbeiten werde, das in mich gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen und Sie nicht zu enttäuschen. Viele Entscheidungen kommen nur als Kompromiss dem angestrebten Ziel näher. In einer demokratischen Gemeinschaft bedeutet das, durch miteinander Reden und gemeinsames Erörtern ein für möglichst viele Mitmenschen gutes Ergebnis zu erreichen. Oder, um es mit Friedrich von Schiller zu sagen: „Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden“.

In dem Sinne gilt es in 2021 folgende Themen anzupacken, zu beraten und zu entscheiden.

Die wichtigsten Themen betreffen unsere Kinder. Ihnen müssen wir eine Zukunft ermöglichen, die sie auch bestehen können. Da ist das Thema Digitalisieren der Schule, dass mit hoher Dringlichkeit versehen ist. Es sichert unseren Kindern die Zukunft. Hier ist die Verbandsgemeinde, auch mit Unterstützung durch Landes- und Bundesprogramme, auf einem guten Weg. So ist der DigiPakt Schule vorbereitet, es wird es eine wichtige Aufgabe sein, die Umsetzung zu forcieren und durch weitere Maßnahmen unsere Schulen zukunftsfähig zu machen.

Auch schon in Kindergarten und Kindertagesstätte müssen wir dafür sorgen, dass diese Kinder ausreichende Plätze bedarfsgerecht zu Verfügung gestellt bekommen. Dabei muss auch das Thema U 1-Betreuung eine wichtige Rolle spielen. Erst durch eine am tatsächlichen Bedarf orientierte Kinderbetreuung lassen sich für viele Familien Beruf und Kinder im Vorschulalter vereinbaren. Es ist erfreulich zu sehen, wie sich die Kinderzahl in der Verbandsgemeinde in den letzten Jahren erhöht hat. In Rheinbrohl bauen wir daher bis Sommer 2022 einen neuen sechszügigen Kindergarten am alten Standort in der Ortsmitte.

Bereits im Rückblick auf 2020 habe ich auf die Bedeutung des Ehrenamts, der gemeinnützigen Arbeit und zivilen Engagements hingewiesen. Diese Aufgaben gilt es auch in 2021 zu erhalten und zu fördern. Der amerikanische Präsident John F. Kennedy hat einmal gesagt: „Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst“.

Ich bin mir bewusst, dass bei allem Engagement und guten Willen der politischen Gremien und der Verwaltungen das Leben in unserer schönen Verbandsgemeinde ohne ehrenamtliches Engagement nicht so funktionieren würde, wie es zurzeit schon funktioniert. Viele Dinge werden nur durch privates Engagement angestoßen und vorangebracht. Den zahlreichen Vereinen und Gruppierungen in allen Orten kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Daher bitte ich Sie, auch zukünftig nicht mit Ihrem Engagement nachzulassen. Diejenigen, die sich bisher noch nicht engagiert haben, möchte ich dazu ermuntern, sich einem oder sogar mehreren Vereinen oder Gruppierungen anzuschließen. Vielleicht entwickeln Sie ja auch eigene Ideen und Vorstellungen, wie Sie das Leben in Bad Hönningen, Rheinbrohl, Hammerstein und Leutesdorf bereichern können. Es wird meine Aufgabe sein und die der Verwaltung, Sie dabei nach besten Möglichkeiten zu unterstützen.

Auch innerhalb der Verwaltung gilt es 2021, die Digitalisierung voranzutreiben, um Vorgänge zu beschleunigen, zu vereinfachen und transparenter zu machen. Vielen Bürgerinnen und Bürgern bleibt so gegebenenfalls der Weg zur Verwaltung erspart. Außerdem können entstehende Einsparpotenziale durch die Digitalisierung anderweitig genutzt werden. Ich denke da zum Beispiel an die Umsetzung des Onlinezugangsgesetztes, welches bis Ende 2022 verpflichtend für alle Verwaltungen eingeführt wird.

Ich wünsche Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, für das Jahr 2021 alles Gute und vor allem Gesundheit. Bleiben Sie gesund!

Ihr Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Hönningen

Jan Ermtraud

 

 

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