Moussa Eid sieht nach dem Rechten

 

Außendienstler betreut Flüchtlinge

Seit etwa einem halben Jahr ist Moussa Eid im Außendienst des Fachdienstes Asyl der Stadt Bad Honnef tätig. Seine Aufgabe ist es, die Flüchtlinge in ihren Unterkünften zu besuchen und zu betreuen. Etwa 450 bis 460 Flüchtlinge, die alle ein individuelles Schicksal haben, leben derzeit in der Stadt am Rhein.

AußendienstBH

Moussa Eid kümmert sich im Auftrag der Stadt Bad Honnef um die Flüchtlinge und ihre Unterkünfte.
Bild: Stadt Bad Honnef

Im Februar 2016 hat der gebürtige Jordanier Moussa Eid, der in St. Augustin wohnt, bei der Stadt Bad Honnef seine Arbeit aufgenommen. Ein mehrwöchiges Praktikum ermöglichte es ihm, in den Tätigkeitsbereich reinzuschnuppern und sich auf seine zukünftige Arbeit vorzubereiten. Punkten konnte er bei seiner Bewerbung unter anderem mit seinen ausgeprägten Sprachkenntnissen. Moussa Eid spricht Arabisch, Englisch, Französisch, Schulitalienisch und – da er seit Mitte der 90er Jahre in Deutschland lebt – auch hervorragend Deutsch.

Schadensmeldungen und Registierungen

Der 40-Jährige ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr im Einsatz und betreut derzeit über 90 Objekte beziehungsweise Unterkünfte. Bei seinen Besuchen nimmt er zunächst Schadensmeldungen auf – etwa, dass eine Beleuchtung fehlt oder eine Türklingel nicht funktioniert –, die er später an das Gebäudemanagement der Stadt weitergibt.

Die Unterkünfte und Wohnungen sind eng und viele Einrichtungsgegenstände ungeeignet. Aber das sind nur Alltagsärgernisse, anderes beschäftigt die Menschen weitaus mehr, zum Beispiel die Registrierung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, damit die Anerkennung als Asylberechtigte folgen kann. Bereits mehrmals waren Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Bad Honnef zu Besuch. Die Briefe mit der Einladung zu diesen Registrierungs-Terminen werden von Moussa Eid persönlich an die Flüchtlinge übergeben. Verstehen sie den Brief nicht, übersetzt er und erklärt, was es damit auf sich hat.

Sorgenkinder und Sauberkeit

Der Außendienstmitarbeiter betreut aber auch „Sorgenkinder“, die erhebliche Probleme haben, die nicht leicht zu lösen und schwer zu ertragen sind. Dazu gehört die Familie Sheikh-Ahmad: der Vater ist schwer herzkrank und auch die Tochter wartet auf eine Herzoperation. „Sie sind noch nicht anerkannt und kein Träger zahlt“, weiß Eid. „Man muss das über die Ausländerbehörde beantragen und es dauert, bis das geklärt ist.“ Trotzdem ist der Sohn froh, dass Deutschland die Familie aufgenommen hat und vor der Gewalt im Heimatland schützt. Eine weitere Familie, die der Außendienstmitarbeiter betreut, drohte durch die vielen Entbehrungen, neuen Eindrücke und den Kulturschock auseinanderzubrechen, mittlerweile hat sich jedoch – auch durch das Zutun eines Sozialpädagogen und des Jugendamtes – alles zum Guten entwickelt.

Da Hygiene und Sauberkeit in den Unterbringungen wichtig sind, hat Moussa Eid einen Merkzettel mit den wichtigsten Putzregeln auf Deutsch mit arabischer Übersetzung entworfen, der in den Fluren der Häuser angebracht ist. Wenn es notwendig ist, wird auch schon mal eine Liste ausgehängt, auf der die Namen und Zeiten für den Putzdienst stehen.

Viel Arbeit, aber auch ehrenamtliche Hilfe

Bei seinen Besuchen in den Unterkünften beantwortet der gebürtige Jordanier viele Fragen: Wer ist zuständig? Welcher nächste Schritt kann hilfreich sein? Eine große Arbeitserleichterung ist für ihn und seinen Außendienstkollegen Dirk Großhenrich die Unterstützung durch die ehrenamtlichen Paten. Was Eid an seiner Tätigkeit schätzt, ist die Arbeit mit Menschen und dass er Flüchtlingen helfen kann. Aber manchmal muss er sich selbst Mut zusprechen, damit er die vielen Eindrücke verarbeiten kann. (eg)