Der „Blaue See“ in Vettelschoß


Baden im alten Basaltsteinbruch

Dass aus dem Abbaubereich eines ehemaligen Steinbruchs – falls er nicht zugeschüttet wurde – ein See entsteht, ist nicht ungewöhnlich. Beispiele sind der Basaltsteinbruch Mückenfeldchen bei Hussen, aus dem der Mückensee wurde, oder der Willscheider Bergsee westlich von Vettelschoß. Doch das Schwimmen ist in beiden Fällen verboten. Anders der „Blaue See“, ebenfalls auf dem Gemeindegebiet von Vettelschoß gelegen.

„Blaue Lagune“: Die Liegewiese bietet Platz für über 600 Personen.
Bild: Gemeindebüro Vettelschoß

Die Geschichte der Basaltsteinbrüche Geißen- und Türkenhügel begann am 19. September 1914, als der Hügel an die Firma Uhrmacher aus Oberkassel verpachtet und durch diese erschlossen wurde. Etwa 50 Männer fanden hier in den folgenden gut 20 Jahren Arbeit. Der Geißenhügel wurde 1935 und der Türkenhügel 1939 stillgelegt. Danach füllten sich die Krater nach und nach mit Grund- sowie Quellwasser. Das eine Wasserloch wurde zugeschüttet, hier befindet sich heute die Tennisanlage, aus dem anderen wurde der „Blaue See“.

Seit 1968 wird der romantische See als Fisch- und Badegewässer genutzt. Die dicht bewaldeten Uferabschnitte, die steil ins Wasser fallen, sind nicht begehbar und stehen zudem  unter Naturschutz. Doch der Abschnitt des Geländes, wo sich die Liegewiese befindet, steigt sanft an – nachdem er im Zuge einer umfangreichen Sanierung neu angelegt wurde.

Denn das Naturbad samt Campingplatz hatte über viele Jahre in einer Art Dornröschenschlaf gelegen, bevor es im Mai 2013 nach zweijähriger Umbauzeit unter Führung der Familie Schneider aus Aegidienberg neu eröffnet wurde. Die Gemeinde Vettelschoß hatte zunächst nur nach einem neuen Pächter für das Areal gesucht, es am Ende aber, nicht jedoch den See selbst, an die neuen Investoren verkauft. Derzeit sind 60 der 98 Campingparzellen fest belegt, zehn Parzellen werden vom Betreiber aber ständig für Besucher freigehalten, die auf der Durchreise sind. Jede Parzelle hat einen Strom- sowie einen Frisch- und Abwasseranschluss.

Die Liegewiese bietet Platz für über 600 Personen, die sich bei gutem Wetter auch tatsächlich tagtäglich zwischen 9.30 Uhr bis um 19.30 Uhr hier entspannen. Die DLRG sorgt dann für die nötige Sicherheit. Je nach Besucherzahl sind bis zu drei Bademeister pro Tag im Einsatz. Außerdem gibt es sowohl einen abgetrennten Nichtschwimmerbereich als auch ein Extrabecken für Kleinkinder.

Das Wasser in dem eigentlichen Natursee, der stellenweise eine Tiefe von bis zu 20 Metern aufweist, ist klar und sauber – und die gute Wasserqualität amtlich bestätigt.

Ebenfalls von guter Qualität sind die sanitären Anlagen, die vor der Sanierung des Areals  nicht mehr zumutbar waren. Ein neues Waschhaus wurde gebaut, in dem die Toiletten und Duschen sowie Umkleidekabinen untergebracht sind. Auch ein Wickelraum sowie eine behindertengerechte WC-Anlage sind vorhanden.

Natürlich gehört zu einem Freibad auch eine gut sortierte Gastronomie. Während früher aus einer kleinen Bretterbude heraus Süßigkeiten und Getränke verkauft wurden, gibt es heute eine professionelle Theke, an der frisch gezapftes Bier ausgeschenkt wird. Currywurst und Pommes Frites sind ebenso im Angebot wie Kaffee und Kuchen.

Nicht zuletzt benötigt ein Campingplatz natürlich ausreichend Parkplätze: Etwa 100 gibt es direkt am Haupteingang zum See, weitere 400 kostenlose Parkplätze befinden sich vor dem nahegelegenen Forum, das die Gemeinde Vettelschoß gebaut hat.

Der „Blaue See“ mit seiner idyllischen Lage und seinem klaren Wasser steht übrigens samt dem Ufergebiet unter Naturschutz. (cm)

 

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