Hitchcock-Thriller „Marnie“ live aus der Met


Betrug und Verleugnung

Im Asbacher Lichtspielhaus Cine 5 wird die noch junge „Live aus der Met“-Saison am Samstag, 10. November, ab 19 Uhr fortgesetzt. Dann präsentiert Komponist Nico Muhly seine packende Sicht auf „Marnie“, einen Roman von Winston Graham. Librettist Nicholas Wright schafft dabei eine cineastische Welt um die berauschende Geschichte einer ebenso schönen wie geheimnisvollen jungen Frau, die verschiedene Persönlichkeiten annimmt und unter anderem auch Alfred Hitchcock zum gleichnamigen Psychothriller inspirierte.

Am 10. November weht ein Hauch von Hitchcock durch das Cine 5.
Bild: Met/V. Peters

Nach „Two Boys“ und „Dark Sisters“ hat sich Komponist Nico Muhly in seiner zweiten Auftragsarbeit für die Metropolitan Opera nunmehr eines Stoffes angenommen, der durch Offenbarungen um US-Regisseur Harvey Weinstein aktueller denn je geworden ist. Faszinierend und abstoßend zugleich wird die Geschichte auch dadurch, dass man heute weiß, wie sehr Hitchcock nach Tippi Hedren, dem Star seines Films, gierte und ihn terrorisierte.

Angesiedelt in den 1950er Jahren raubt Protagonistin Marnie, eine pathologische Lügnerin, ihre Arbeitgeber aus, um unter neuem Namen anderswo von vorn beginnen zu können. Bis einer sie schließlich durchschaut, sie abpasst, in flagranti erwischt und zur Heirat zwingt. Die Ehe gerät entsprechend unterkühlt – denn berühren darf Mark Rutland Marnie nicht. Als er ihr Pferd auf sein Anwesen holt, lässt sie sich immerhin auf eine Psychoanalyse ein, die schockierende Traumata zutage fördert.

Doch nach einem für das Tier tödlichen Reitunfall macht sich Marnie abermals auf und davon, aber wieder kommt sie nicht weit: Auf der Beerdigung ihrer Mutter lässt ihr Schwager Terry sie festnehmen. Als die Handschellen zuschnappen, singt sie: „I am free!“ – sie hat sich erkannt, das Versteckspiel endlich ein Ende. (imr)

 

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