Marcel Weber sieht die Zukunft in der Nachhaltigkeit

 

Blütenpracht mit weißer Weste

In Ockenfels hat die Vorweihnachtszeit bereits im Juli begonnen. Schließlich müssen die rund 130.000 Weihnachtssterne in den Gewächshäusern von Weber-Flowers pünktlich zum Advent mit leuchtenden Hochblättern im Laden stehen. Die Weihnachtssterne, die beispielsweise im Eingangsbereich der Vorteil-Center in Asbach und Unkel auf die Kunden von Weber-Flowers warten, haben eine Besonderheit: Nicht ein einziges Tröpfchen Chemie hat sie in den vergangenen Wochen getroffen.

Marcel Weber hat viel Geld und Zeit in die chemiefreie Aufzucht seiner Christsterne gesteckt – mit Erfolg. Die Nachhaltigkeit ist auch für sein Unternehmen enorm wichtig.
Bild: Presseagentur Funk

Dem Thema Nachhaltigkeit hat sich Marcel Weber schon seit Jahren verschrieben, aber das Experiment mit der völlig chemiefreien Aufzucht in diesem Jahr war auch für ihn ein spannendes Novum: „Das hat jede Menge Mehrarbeit beschert, aber es war höchste Zeit dafür.“

Die Motivation hat die Natur selbst geliefert. In den vergangenen Jahren beobachteten die Experten schließlich, dass Schädlinge, die die äußerst empfindliche Pflanze heimsuchten, gegen die zwangsläufig eingesetzte Chemie immer häufiger resistent wurden.

Als „Beitrag für eine bessere Gesundheit der Menschen und unseres Planeten“ preist das Bio-Unternehmen Koppert sein Behandlungssystem an. Die Forscher haben – vereinfacht dargestellt – die Natur genauestens beobachtet. Auch der private Pflanzenfreund kennt schließlich inzwischen beispielsweise die Geschichte von den Marienkäfern, die gegen Pflanzenschädlinge helfen.

Keine Spur von Schädlingen

Ähnlich biologisch geht das System von Koppert vor und überzeugte den Ockenfelser vor Monaten. Die Bilanz von Weber fällt wenige Wochen vor dem Fest regelrecht weihnachtlich aus: „Keine Spur von Schädlingen.“ Und das ohne die chemische Belastung für die Umwelt.

Das Erfolgsrezept klingt eigentlich simpel, aber der Einsatz von sogenannten Nützlingen ist äußerst arbeitsintensiv. Zwischen sechs- und achttausend Euro liegen nach erster Bilanz die Mehrkosten für den heimischen Betrieb. Da ist es nach Ansicht von Marcel Weber wieder einmal eine Frage an die Verbraucher, ob sie Qualität und Nachhaltigkeit zu schätzen wissen.

„Es wird ja laufend über mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein in der Landwirtschaft diskutiert, aber im Laden greifen viele dann doch wieder nur zur billigen Wurst“, sieht Weber den weit verbreiteten Widerspruch in der Gesellschaft. Die farbenprächtigen Weihnachtssterne, die aus Ockenfels jetzt in den Handel gelangen, werden natürlich nicht in Folie verpackt. „Auch wenn die Papiertüte den fünffachen Preis der Folie hat. Nachhaltigkeit ist in unserem Beruf nun mal die Zukunft.“ (fu)