Fahrradfahren liegt wieder voll im Trend

 

Das E-Bike fährt auf der Überholspur

E-Bikes sind nicht nur bei älteren Menschen beliebt. Auch die jüngere Generation entdeckt das elektrische Fahrrad immer mehr für sich. Deshalb setzen die Fahrradhersteller ihre Reise- und Mountainbikes vermehrt unter Strom. Das ist einer der großen Trends, der den Zweiradmarkt in diesem Jahr bewegt.

Anfangs belächelt gehören Mountainbikes mit E-Unterstützung heute zu den beliebtesten Modellen.
Bilder: PD-F

Rund 73,5 Millionen Fahrräder seien „heute auf deutschen Straßen unterwegs. Der darin enthaltene Anteil an E-Bikes dürfte wohl bei 3,5 Millionen Fahrzeuge liegen“, informiert Guido Bährens, Zweirad-Experte im Vorteil-Bauzentrum Asbach. „Wovon die Autoindustrie seit Jahren träumt und spricht, das haben die Fahrradhersteller längst geschafft: Elektromotoren in großen Stückzahlen auf die Straße zu bringen.“

Und das kommt nicht von ungefähr. Denn die Hersteller statten mittlerweile jeden Fahrradtyp mit E-Motor aus – egal ob City-, Trekking- und Mountainbikes oder Lastenräder. „Die Zeiten sind endgültig vorbei, in denen E-Bike-Piloten belächelt wurden“, erklärt Bährens weiter. Für dieses Image sorgte das in der Vergangenheit oft recht klobige Erscheinungsbild, Akkus und Motoren wurden einfach auf den Rahmen montiert.

Auch wenn die Kraftspeicher mittlerweile schon recht unauffällig in den Rahmen integriert sind, eine neu entwickelte Batterie wird den Markt über kurz oder lang deutlich verändern. Weil das innovative Kraftpaket komplett im Unterrohr Platz findet, sorgt es dafür, dass sich ein Pedelec optisch nur noch unwesentlich von konventionellen Rädern unterscheidet. „Wer sich etwa für das Top-Modell LEB 900 von ,Velo de Ville‘ mit 29-Zoll-Bereifung entscheidet, der kann sich schon jetzt über den komplett im Rohr versteckten Akku freuen.“

Auch die bisweilen kontroversen Diskussionen über Sinn oder Unsinn einer E-Unterstützung für Mountainbikes gehören der Vergangenheit an. Vor allem im gehobenen Preissegment haben die E-Modelle mit raffinierter und hochwertiger Ausstattung sogar die Vorherrschaft übernommen. „Das E-Mountainbike ist mittlerweile einfach nicht mehr aus der Zweiradszene wegzudenken“, fasst Guido Bähren die Entwicklung in dieser Sparte zusammen.

Viele Modelle überzeugen heute durch hohe Alltagstauglichkeit und sind besonders bei der jüngeren Biker-Generation beliebt. Zudem bieten diese auch SUV-Bikes genannten Räder mit ihren breiten Reifen auch im urbanen Umfeld ein deutliches Plus an Sicherheit, etwa an Bordsteinkanten, Bahnschienen oder auf nasser, verschmutzter Fahrbahn.

Für den Camping-Urlaub oder das Pendeln hingegen entscheiden sich immer mehr Radler für ein sogenanntes Faltrad. Diese passen in jeden Kofferraum und jedes volle Zugabteil. Denn anders als ein Klapprad, das für gewöhnlich nur über ein einziges Scharnier verfügt, können Falträder buchstäblich und mehrmals gefaltet werden. Dadurch können sie nicht nur besser verstaut werden, sie bieten beim Fahren auch mehr Stabilität. (imr)