Müllenbacher Pyrotechniker lässt Himmel zu Rhein in Flammen erstrahlen

 

Das Feuerwerk entsteht am Computer

Am ersten Mai-Wochenende steht der Rhein zwischen Linz und Bonn traditionell in Flammen. Zu Ehren des 1000-jährigen Stadtjubiläums von Bad Hönningen wird die Fahrstrecke des Schiffskonvois diesmal in Richtung Süden bis zum Heilbadeort am Rhein verlängert. Zum Saisonauftakt von „Rhein in Flammen“ werden an Land und auf den Schiffen wieder hunderttausende Besucher erwartet. Von Beginn an – also bereits seit Mitte der 1980er Jahre – bei der Veranstaltung mittendrin statt nur dabei ist ein Müllenbacher Pyrotechniker.

Am 4. Mai gibt Rhein in Flammen den Startschuss für die Sommersaison.
Bild: Veranstalter

Helmut Reuters Firma „Steffes-Ollig Feuerwerk“ ist am 4. Mai für die Feuerwerke in Linz, Remagen, Unkel und Königswinter zuständig. Insgesamt zehn Personen werden an diesem Tag im Einsatz sein. „Wir schicken zu jedem Ort ein Team hin, das nur für den Aufbau und Abschuss dieses Feuerwerks zuständig ist“, erklärt der Eifler Feuerwerker.

Eine gewisse Herausforderung stelle die Tatsache dar, dass die Sicherheitsabstände an den vier Abbrennplätzen alle unterschiedlich sind. Einsetzen könne man nämlich nur Feuerwerksartikel, die in den Sicherheitsabstand reinpassen. „In Linz/Kripp haben wir zum Beispiel einen Sicherheitsabstand von über 150 Metern. Da können wir Feuerwerkskörper mit einem Kaliber bis 150 Millimeter schießen“, erklärt Reuter, der seit über 40 Jahren als Pyrotechniker tätig ist. „In Unkel hingegen haben wir nur einen Sicherheitsabstand von 20 Metern.“ Dort dürfe daher nur Silvesterfeuerwerk eingesetzt werden.

Gute Vorbereitung ist für ein Feuerwerk das A und O.
Bild: Steffes-Ollig Feuerwerke

Was am Himmel zu sehen sein wird, entscheiden die Feuerwerker. Lediglich finanziell sind sie an das zur Verfügung gestellte Budget gebunden. Aus den Feuerwerkskörpern, die die Firma aus China, Japan, Taiwan oder Spanien, Italien und teilweise auch aus Deutschland bezieht, werden die einzelnen Programme zusammengestellt. „Früher hab ich das alles handschriftlich gemacht, aber mittlerweile wird das im Computer geschrieben“, erzählt Reuter, der das Familienunternehmens seit 1985 leitet. „Und dann können wir das auch auf die Zündanlage übertragen.“ Die Feuerwerke werden über Funk ferngezündet, jedoch an jedem Ort für sich.

Im letzten Jahr hatte das Unternehmen die Feuerwerke erstmalig aufgeteilt, das heißt an jedem Standort zwei Feuerwerke abgeschossen, damit die Zuschauer auf den Schiffen ein komplettes Feuerwerk sehen. „In der Regel schießen wir zweimal ungefähr sieben bis acht Minuten statt vorher einmal 15 Minuten“, so Reuter. „Da haben die ersten Schiffe von der Flotte immer nur den Anfang und die letzten immer das Finale vom Feuerwerk mitbekommen.“

Eine musikalische Untermalung wie beim musiksynchronen Abschlussfeuerwerk in den Rheinauen in Bonn, bei dem die Flotte liegt, gibt es übrigens nicht. „Das wäre schlecht für die Leute auf den Schiffen. Das muss ja vernünftig beschallt sein. Und zum Teil gehen die Feuerwerke ja auch ineinander über“, erklärt der Eifler Unternehmer, der selbst auch Musikfeuerwerke ausführt.

Die Firma aus dem Kreis Cochem ist an insgesamt vier „Rhein in Flammen“-Veranstaltungen beteiligt. „In Koblenz sind wir dabei, ‚Rhein in Flammen‘ in St. Goar/St. Goarshausen und in Bingen/Rüdesheim machen wir alleine.“ Die Müllenbacher Feuerwerker sind hauptsächlich im Südwesten von Deutschland tätig, nehmen aber auch an Wettbewerben im Ausland – zum Beispiel auf den Philippinnen, in Kanada, Italien und Frankreich – teil. (eg)

 

 

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