Das teure Foto, das keiner will

Die digitale Fotografie hat es einfach gemacht, im Alltag alle erdenklichen Lebenssituationen im Bild festzuhalten. Ganz gleich, ob mit der Kamera oder mit dem Handy – niemals wurde sooft auf den Auslöser gedrückt, wie heute. Gerne werden die Fotos im Internet gepostet, geteilt oder im Fotoalbum verewigt.

Blitzer

Bitte recht freundlich: An einem Messpunkt im Kreis Neuwied erhielt jeder vierte Autofahrer ein Erinnerungsfoto.
Bild: Fotolia

Doch es gibt auch Bilder, wo niemand damit gerechnet hat, fotografiert zu werden. Sie sind weder in Farbe, noch in Hochglanz und meistens schauen die fotografierten Personen recht verdutzt in die Linse. Es sind Fotos, die eigentlich niemand haben will aber so ziemlich jeder schon mal bekommen hat: Sie flattern mit der Post ins Haus und meistens sind sie mit einem Bußgeld verbunden.

Seit Beginn des Jahres 2015 wurden seitens der Verkehrsdirektion Koblenz auf Anforderung der für den Kreis Neuwied zuständigen Polizeidienststellen bis zum heutigen Tage insgesamt 7813 „Fotos“ mit mobilen Messgeräten „geschossen“. Dies teilt auf Anfrage der Rhein-Westerwald-News das Polizeipräsidium Koblenz mit.

Je nach Gefahrensituationen und Gegebenheiten wird an sieben Stellen im Kreis Neuwied besonders häufig die Geschwindigkeit der Autofahrer gemessen. Dies sind die Landesstraßen L266 in der Gemeinde Dernbach, die L258 in der Gemeinde Anhausen, die L307 in Neuwied und die L255, die durchs Wiedtal führt. Bei den Bundesstraßen rückten besonders die B42, Höhe Rheinbreitbach und Rheinbrohl in den Fokus, zudem die B256 in Höhe Oberbieber.

Jeder vierte war zu schnell

Bei der letztgenannten Mess- Stelle gab es auch die meisten Tempoüberschreitungen, insgesamt 1745 Verkehrsteilnehmer waren in der 100er Zone zu schnell. Der größte Temposünder war auf der viel befahrenen Strecke mit 153 Stundenkilometer unterwegs. War auf der B 256 schon jeder elfte Autofahrer zu schnell, so wurde im Westerwald noch weitaus mehr gerast. In der Gemeinde Dernbach übertrat jeder Vierte das Tempolimit.

Die überwiegende Anzahl der Geschwindigkeitsübertretungen, 85 bis 90 Prozent, liegen laut Polizei im Verwarnungsgeldbereich, die restlichen Überschreitungen ziehen Bußgelder mit Punkten in Flensburg und teilweise auch Fahrverbote nach sich.

 

 

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