Interview mit Ulrich Schreiber


„Der Ertrag ist zurückgegangen“

Herbstzeit ist Erntezeit – auch im Kreis Neuwied. Zwar wird das ganze Jahr über Obst und Gemüse geerntet, doch vor allem der Herbst überschüttet den Landkreis noch einmal mit Erträgen aller Art. Nicht umsonst wird in dieser Jahreszeit auch Erntedank gefeiert. Aber gilt es auch in diesem Jahr Grund zum Feiern? Die RWN-Redaktion hat mit Ulrich Schreiber, dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Neuwied, gesprochen.

Frisches Gemüse auf einem Tisch, im Hintergrund ein Holztisch, Konzept Biogemüse, Hofladen, Anbau mit Nachhaltigkeit

Im Herbst liegt die Haupterntezeit.
Bild: Fotolia/Miriam Dörr

Was wird im Kreis Neuwied eigentlich alles angebaut?

Ulrich Schreiber: Unten am Rhein finden wir eher Kartoffeln und Obst, aber auch ein wenig Wein. Im Neuwieder Becken wird mehr Ackerbau betrieben. Und in den Höhengebieten haben wir es eher mit Grünland zu tun. Also alles gemischt.

 

Und welche Arbeiten stehen bei den Landwirten in unserer Region derzeit an?

Schreiber: Zum einen die Wintergerstenaussaat und Ende September wird dann der Mais geerntet. Danach, also ab Oktober, wird der Winterweizen gesät.

 

Hatte der wechselhafte Sommer in diesem Jahr negative Auswirkungen auf die Ernte?

Schreiber: Ja, denn die erste Hälfte des Sommers war ja leider komplett verregnet. Das hat dann zu Ernteausfällen beim Getreide geführt. Die Landwirte konnten erst sehr spät Heu machen und die Qualität war dann auch nicht gut. Der Spätsommer wurde ja dann noch ziemlich warm. Für die Landwirtschaft ist die Hitze ohnehin viel besser als dieses wechselhafte Wetter.

 

Gab es Ernteschäden?

Schreiber: Teilweise kam es bei den Landwirten im Neuwieder Becken zu Auswuchsgetreide, welches für die Brotherstellung ungeeignet ist. Das kann dann nur noch als Futtergetreide verwendet werden und somit war natürlich nur ein niedrigerer Preis am Markt realisierbar. Und der Ertrag ist insgesamt zurückgegangen. Das hing leider alles mit den vielen Niederschlägen zusammen.

 

Und im Winter? Was haben die Landwirte dann zu tun?

Schreiber: Im Winter haben vor allem die viehhaltenden Betriebe viel zu tun, denn das Vieh steht ja dann komplett im Stall. Das bedeutet, dass sie dann sehr viel mit den täglichen Stallarbeiten und der Versorgung der Tiere beschäftigt sind.

 

Wie ist es allgemein um die Landwirtschaft im Kreis Neuwied bestellt?

Schreiber: Die derzeitige Marktlage ist auf allen Ebenen schlecht. Bei der Milch spricht man zwar davon, dass der Preis hochgehen soll, aber tatsächlich bewegt er sich nur sehr zaghaft nach oben. Für viele Landwirte in der Region ist das gerade eine sehr schwere Durststrecke. (dp)

 

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