Aktionsgruppe „Kinder in Not“ benötigt Unterstützung

 

„Der Hunger ist größer als die Angst“

„Jetzt geht es erst einmal ums nackte Überleben.“ Wenn Claudia Kirschbaum aus der Aktionsgruppe „Kinder in Not“ in Windhagen derart deutlich wird, dann lässt sich ahnen, wie wichtig gerade jetzt in Corona-Zeiten die Hilfe aus der Region für die Kinder auf den Philippinen ist. Auch das Vorteil-Education-Center in Cebu City, die Vorschule, die vor einigen Jahren mit den Spenden aus der RWN-Spendenaktion gebaut werden konnte, musste vorübergehend den Betrieb einstellen.

Das Helferteam in Cebu City auf den Philippinen verteilt nun Lebensmittel an die Menschen im Armutsviertel Inayawan.
Bild: Kinder in Not

Während in Europa und vor allem in Deutschland über weitere Lockerungen angesichts rückläufiger Corona-Fallzahlen debattiert wird, ist die Krise weltweit auf Rekord­niveau angewachsen. Tausende Neuinfizierte gibt es tagtäglich auf den Philippinen. Angesichts der Katastro­phe sattelte das Hilfsteam in Cebu City auf das Verteilen von Lebensmitteln an die bisherigen Schüler um. Die Lage ist auch deshalb so dramatisch, wie Claudia Kirschbaum berichtet, weil die Eltern der sogenannten Müllkinder zumeist einfache Jobs hatten, die nun als erstes von der Krise betroffen sind. Plötzlich stehen mehr als 3000 Familien ohne Einkommen da.

„Bei derzeit über 18.000 Menschen und dem Budget, das uns zur Verfügung steht sind wir stark gezwungen, die Nahrung zu rationieren“ erklärt und Pater Heinz Kulüke, langjähriger Partner der Helfer aus Windhagen. Die Verteilung der Hilfsgüter stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Trotz der Warnung, große Menschenansammlungen zu meiden, warten die Menschen oft schon dicht gedrängt und seit den frühen Morgenstunden auf die Ankunft der überlebenswichtigen Lebensmittelpakete. „Der Hunger der Menschen ist größer, als die Angst sich anzustecken“ kommentiert Pater Kulüke traurig.

Um die Notfallversorgung vor Ort zu sichern, sind Hilfsorganisationen weiterhin auf Spenden angewiesen. Was den Familien droht, wenn die Rationen dem Ende zugehen, möchten sich die Helfer um Gisela Wirtgen in Windhagen nicht ausmalen müssen. Kinder in Not benötigt daher dringend Unterstützung. Nähere Infos zur Aktionsgruppe gibt es unter www.kinder-in-not.de sowie telefonisch unter 0 26 45/47 73. (fu)

 

 

 

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