Niedrigwasser bringt neue Probleme


Der Rhein kann auch anders

Der große Knall im Zusammenhang mit den extrem niedrigen Pegelständen im Rhein kam aus Neuwied, wo der niedrige Wasserstand eine Fliegerbombe zum Vorschein brachte, die gezielt gesprengt werden musste. Aber auch sonst hat die Region in Sachen Pegelstand in den vergangenen Wochen einiges zu leiden. Die erste negative Schlagzeile kam aus Linz, wo die Anleger der Köln-Düsseldorfer plötzlich „unbeschäftigt“ blieben. Die Weiße Flotte konnte hier nicht mehr anlegen.

Ebbe: Noch immer steht der Rheinpegel weit unter seinem Normalmaß.
Bild: Presseagentur Funk

Seit mehr als 15 Jahren haben die Messingenieure keine derartigen Niedrigwasserstände vermeldet: Immerhin: Im Sommer 2003 lag der Wasserstand im Rhein sogar bis zu 50 Zentimeter niedriger. An der Sieg war dieser Sommer kaum noch zu überbieten, denn Ende August war der Rheinzufluss nur noch ein besseres Rinnsal. Das Niedrigwasser legte gleich zwei Schwimmtermine trocken: DLRG Bad Honnef/Unkel und der Kanuklub Unkel mussten ihre jeweiligen Traditionstermine in diesem Sommer kurzfristig absagen.

Bei allen Rekordmeldungen: Die Schifffahrt auf dem Rhein kam offenbar relativ gut durch den heißen Sommer. Zwar konnten die meisten Frachtschiffe nicht so stark beladen werden, wie es sich die Schiffer gewünscht hätten, aber es ging bei Pegelständen von über 60 Zentimetern noch einigermaßen gut, auch wenn die Ladekapazität zum Teil auf 50 Prozent schrumpfte. Zur Information: Dem offiziellen Pegelstand kann man per Faustregel rund 1,20 Meter hinzufügen, um die Tiefe der Fahrrinne zu ermitteln.

Deutlich wird die Veränderung auch beim Blick auf den Bonner Pegelstand in den letzten 365 Tagen. Da gab es noch im Januar einen Pegelhöchstwert von 8,21 Metern. Aber seit Anfang Juli sackten die Pegelwerte hier auf deutlich unter zwei Metern ab.

Für die Anrainer ist in aller Regel die Sache mit dem Niedrigwasser weitaus weniger dramatisch, als es beispielsweise beim Thema Hochwasser ist. Andrea Rönz formulierte für das Stadtarchiv Linz: „Die Linzer sind es gewohnt: Wenn der Rhein über seine Ufer tritt, werden in der Stadt seit je her Straßen und Wege unpassierbar, Keller und Wohnungen unter Wasser gesetzt, Gärten und Wiesen mit Schlamm bedeckt. Seit 1459 zeugen Hochwassermarken am Rheintor von den häufigen Überschwemmungen.“ In jüngster Zeit waren die Pegelstände vom Dezember 1993 (10,51 Meter) und Januar 1995 (10,28 Meter) die Höchstwerte. (fu)

 

 

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