Marken des Alltags: Asbach


Die Geschichte der Marke Asbach

Der Slogan „Im Asbach ist der Geist des Weines!“ stammt aus dem Jahre 1937. Er hat sich bis heute in das Gedächtnis vieler Bürger gegraben – ebenso wie der Spruch „Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert.“ Seit Ende der 50er Jahre warb das Unternehmen Hugo Asbach aus Rüdesheim auch im TV mit letzterem – zeitweise wurde er durch die alte Werbebotschaft ergänzt.

Viel Gutes kommt aus der Westerwaldgemeinde Asbach – dieser edle Tropfen allerdings nicht.
Bilder: Semper idem Underberg AG

Hugo Asbach, der bei der Kölner „Export-Compagnie für deutschen Cognac“ eine kaufmännische Ausbildung absolviert und auf einer ausgedehnten Frankreich-Reise seine Kenntnisse als Destillateur vervollkommnet hatte, gründete am 11. Mai 1892 in Rüdesheim am Rhein zusammen mit seinem Schwager das Unternehmen Asbach & Co. Vier Jahre später gehörte Hugo Asbach zu den Gründern des „Verbands der deutschen Cognac-Brennereien“, aus dem später der „Verband Deutscher Weinbrennereien“ wurde.

Am 18. März 1908 wurde die Marke Asbach Uralt in das Warenzeichenregister beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin eingetragen, wobei die Bezeichnung Uralt die Reife des gebrannten Weines durch eine lange Lagerung bezeichnete. Im selben Jahr kreierte Hugo Asbach den Asbach Privatbrand. Dieses mindestens acht Jahre gereifte Destillat war ursprünglich nur der Familie und engsten Freunden vorbehalten. Heute ist es – wie  der zwölf und der 15 Jahre alte Asbach Spezialbrand und der 21 Jahre gereifte Asbach Selection – auch für Ottonormalverbraucher erhältlich.

Während des Ersten Weltkriegs wurde bestimmt, dass Asbach Uralt zur Sicherstellung des Heeresbedarfs nicht mehr an Privatkunden geliefert werden durfte. Eine Ausnahmeregelung wurde für Apotheken geschaffen, denen er noch zugeteilt werden konnte.

Weil Hugo Asbach sein Produkt auch an die Frau bringen wollte, es aber damals für Damen als unschicklich galt, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken, erfand er 1924 die Weinbrandbohne. Die gefüllten Pralinen wurden jedoch bald auch von Männern geschätzt.

Nachdem Hugo Asbach 1935 gestorben war, übernahmen seine Söhne Hermann und Rudolf gemeinsam mit einem Onkel die Unternehmensführung. 1943 musste die Produktion wegen des Zweiten Weltkrieges allerdings eingestellt werden und konnte erst 1950 wieder anlaufen.

Im Jahre 1991 verkaufte die Familie Asbach das Unternehmen an den britischen Hersteller United Destillers (heute Diageo), der es 1999 je zur Hälfte an die Underberg AG und das niederländische Unternehmen Bols Royal Destillers veräußerte. 2002 übernahm Underberg die Asbach GmbH zu 100 Prozent. Im selben Jahr – und fortan sechsmal in Folge – wurde Asbach bei einer Umfrage unter den Lesern des Magazins Readers Digest zur „Most Trusted Brand“ in der Kategorie Spirituosen gewählt.

Mit der Eintragung der Marke Asbach Uralt im Jahre 1908 hatte Hugo Asbach übrigens gleichzeitig ein neues deutsches Wort geschaffen: „Weinbrand“. Die Firma benutzte den Begriff zunächst nur zusätzlich zur französischen Bezeichnung und nannte ihr Erzeugnis in Werbeanzeigen „Weinbrand-Cognac“.

Doch nach dem Ende des Ersten Weltkriegs untersagte die Kommission des Versailler Vertrages den deutschen Herstellern, weiter Bezeichnungen zu verwenden, die nach französischen Gegenden benannt waren. „Weinbrand“ avancierte zum allgemeingültigen Begriff, der 1923 in das deutsche Weingesetz aufgenommen wurde.

Übrigens: Wer die firmeneigene Internetseite https://asbach.de/ besucht, der findet dort den folgenden Link: „Homepage der Ortsgemeinde Asbach im Westerwald“. (cm)

 

 

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