Medienkompetenz ist auch ein Gesundheitsfaktor


Die Risiken im Netz erkennen

An der Realschule Plus in Neustadt/Wied herrscht im Unterricht gewöhnlich Handyverbot – eine Ausnahme gab es nun für das Digi Camp: Der Frage „Immer online – nie mehr allein?“ sind Schüler, Eltern und Lehrkräfte beim gleichnamigen Präventionsprojekt nachgegangen.

Setzen sich für mehr Medienkompetenz der Schüler ein: Konrektorin Renate Thiel, Peter Lauermann (Barmer), Rektorin Birgit Braun, Alina Lux (BG3000) und Landrat Achim Hallerbach (v. l.)
Bild: Kreis Neuwied

Rund „97 Prozent aller Zwölf- bis 19-Jährigen in Deutschland besitzen ein Smartphone. Heranwachsende tauschen sich über WhatsApp-Gruppen aus, geben im Internet Fotos und persönliche Informationen preis.“, weist Peter Lauermann, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Neustadt/Wied, auf die Notwendigkeit hin, „Jugendlichen digitale Kompetenz und einen gesundheitsbewussten Lebensstil zu vermitteln.“ Deshalb engagiere sich die Krankenkasse als Präventionspartner und Förderer des Digi Camps.

Im Rahmen dieses Projekts standen an drei Tagen für die 80 Schüler der siebten Jahrgangsstufe besondere Fächer auf dem Stundenplan: Workshops wie „YouTube – Broadcast yourself“, „Instagram entdecken“, „Music in the box“ und „Kids in Motion – ein Trickfilmprojekt“ brachten eine willkommene Abwechslung vom Unterrichtsalltag.

Gemeinsam erstellten die Jugendlichen eigene Beiträge zum Thema „digitaler Stress“ und übten den verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien. Medienpädagogen, Psychologen, Ernährungs- und Fitnessexperten sowie Stars aus der Social-Media-Welt unterstützten die Heranwachsenden bei der Umsetzung ihrer kreativen Ideen. Schüler und Experten erarbeiteten zudem eine Charta für einen gesunden und sicheren Umgang mit den digitalen Medien.

Landrat Achim Hallerbach, Schirmherr der von Barmer, BG3000 und Tüv Rheinland initiierten Aktion sieht im Aufwachsen der Schüler im digitalen Zeitalter viele Chancen, „aber auch Risiken, die gelegentlich erst spät wahrgenommen werden. Im Digi Camp können die jungen Menschen den sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit den digitalen Medien erlernen, Chancen und Risiken erkennen und einen ausgewogenen Umgang finden. Ich erachte das als einen wichtigen Teil der Achtsamkeit mit sich selbst und letztlich auch der Persönlichkeitsbildung.“

Auch Schulleiterin Birgit Braun steht voll hinter dem Projekt, sieht sie doch eine umfassende Medienkompetenz als eine der wesentlichen Anforderungen der modernen Arbeitswelt an, auf die die Schule vorzubereiten habe. Entsprechend freut sie sich „dass das Digi Camp unsere etablierten Projekte und den Unterricht im Bereich der Medienerziehung sinnvoll ergänzt und den Schülerinnen und Schülern Kontakte mit externen Experten in handlungs- und praxisorientierten Workshops ermöglicht.“ (eg)

 

 

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