„Die Vielfalt und Schönheit erhalten“

Die Pflege von Streuobstwiesen bietet Werte, die sich nicht in Euro und Cent beziffern lassen: Gesunde Nahrungsmittel, Gemeinschaft, Verantwortung, Natur und vieles mehr. Die Arbeit der Streuobst AG innerhalb des Vereins Anual ist ein Beispiel für ein solch lokales Engagement im Landkreis Neuwied. Der Arbeitskreis für Natur- und Umweltschutz besteht seit 1984 und hat derzeit 412 Mitglieder. In der Streuobst AG sind 25 Personen aktiv. Sie pflanzen und schneiden Bäume, ernten die Früchte und stellen eigenen Saft her. Für Heinz Klein, den für die Streuobst AG verantwortlichen Beisitzer, ist die Ernte von naturnah gewachsenem Obst die beste Motivation, gewachsene Streuobstwiesen, deren Vielfalt und Schönheit sowie regional typische Obstsorten zu erhalten.

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Heinz Klein (7.v.l.): Voller Einsatz für die Baumwiese Bild: Anual

Was möchten Sie mit ihrem Verein im allgemeinen und mit der Streuobst AG im Speziellen erreichen?

Klein: Zum einen den Erhalt der Alten Streuobstwiesen und zum anderen den Erhalt der alten Obstsorten, die in unserer Region vorkommen.

 

Was sollte Ihrer Meinung nach jeder über Streuobstwiesen wissen?

Klein: Streuobstwiesen sind ökologische wertvolle Flächen und Lebensraum für mehr als 5000 verschiedene Tierarten. Dann ist der Verzehr von ungespritztem Obst aus unserer Region gesünder und ökologisch sinnvoller. Und nicht zu vergessen: Viele einheimsiche Obstsorten haben einen unglaublich tollen Geschmack, den man bei den gekauften oft nicht mehr findet, und Inhaltstoffe, die gesundheitsfördernd sind, beispielsweise vorbeugend gegen Darmkrebs.

 

Wie ist der aktuelle Bestand der Streuobst AG, wie viele verschiedene Obstbäume beziehungsweise Arten sind auf Ihren Wiesen zu finden?

Klein: Der ANUAL selbst hat zwei alte Obstwiesen und auch Land für weitere Neuanpflanzungen erworben. Der Ankauf der zwei alten Streuobstwiesen wurde finanziell unterstützt von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz Vier weitere Flächen wurden aus Vereinsmitteln bezahlt. Aktuell besitzen wir mehr als 250 Hochstamm-Obstbäume unterschiedlichen Alters. Auf den Obstsortengartenflächen stehen bislang 59 verschiedene Obstsorten, unter anderem auch Raritäten wie doppelter Bellefleu, doppelter Prinzenapfel und Zuccalmaglio Renette. Die Flächen werden im Herbst noch erweitert.

 

Mit welchen Verbänden, Schulen und Unternehmen arbeiten Sie zusammen, um Ihre Anliegen umzusetzen?

Klein: Da gibt es zum einen das jährliche Saftpressen mit Kindergartengruppen und Schulklassen in der VG Asbach. Dann arbeiten wir mit der NABU Altenkirchen zusamen, zur Sortenbestimmung mit dem Pomologen-Verein und zur Nachzüchtung der regionalen Sorten mit der Gärtnerei und Baumschule Zimmermann in Niederetscheid. Übrigens: der nächste Tag der offenen Tür zum Thema Streuobst ist am Sonntag, 12.Oktober, von 11 bis 17 Uhr am Haus der Natur bei Asbach-Köttingen.

 

Ihr Verein ist auch im Besitz einer Apfelpresse…

Klein: Um genauer zu sein, zweier. Eine große und eine handliche. Die große Obstpresse ist seit 11 Jahren im Einsatz. Mit der stellen wir je nach Apfelernte zwischen 2500 und 5000 Liter Apfelsaft her.

 

Was können wir alle tun, damit die Streuobstwiesen erhalten bleiben?

Klein: Selber im eigenen Garten Obstbäume pflanzen, eigenes Obst ernten und bei uns mitarbeiten.

 

 

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