Digitale Medien altersgerecht eingesetzt


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Die Erpeler Grundschule St. Johannes zeigt sich Medienarbeit gegenüber bereits seit langem aufgeschlossen. So verwundert es nicht, dass sie wie die Grundschule am Frankenwall in Asbach zu den ersten zwölf Grundschulen gehörte, die 2016 in das rheinland-pfälzische Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ aufgenommen wurden.

Die Digitalisierung begleitet Grundschüler auf vielfältige Art und Weise – sogar im Sportunterricht.
Bild: GS St. Johannes

An der Grundschule in Erpel wird in allen vier Klassen mit digitalen Medien gearbeitet, im ersten Schuljahr jedoch „deutlich reduzierter“. Zum Einsatz kommen etwa ganz einfache Lernprogramme oder die Lernapp „Anton“, mit der die Kinder selbständig arbeiten können. „In Klasse eins und zwei geht es eher um die Basics, also den Computer oder das Tablet als Endgerät. Wobei wir auch schon mit Lego Education WeDo gearbeitet haben“, erklärt Schulleiter Jens Heinroth. „Das macht den Kindern generell sehr viel Spaß und es ist so kindgerecht, dass man auch schon Zweitklässler daransetzen kann.“

Die Legokästen sowie zwölf iPads hat die Grundschule St. Johannes von den 7500 Euro bestellt, die jede am Landesprogramm teilnehmende Schule für die technische Ausstattung erhält. „Dass die Kinder ein Video oder Fotos machen und Audios produzieren und das dann in PowerPoint einbinden, um zum Beispiel ein Referat am Smartboard zu halten, das machen wir erst in Klasse drei und vier“, so Heinroth.

Medien werden begleitend eingesetzt

Seiner Erfahrung nach ist der Einsatz digitaler Medien in allen Fächern möglich. „Für uns ist es aber ganz wichtig, dass die Medien nur unterrichtsbegleitend eingesetzt werden“, betont er. Damit die Kinder ihre Rechtschreibleistung verbessern, wurden zum Beispiel Lernwörter auf ganz klassische Art und Weise für ein Diktat geübt, zusätzlich aber in ein Lernprogramm eingesprochen, damit die Kinder sie selbständig üben konnten.

Auch das Thema „Umwelt­erziehung“ könne man Kindern perfekt mit Medien näherbringen. „Es gibt zum Beispiel eine Kinderapp, mit der man den CO2-Abdruck messen kann“, so Heinroth. Zudem arbeite die Schule viel mit Morphing – wobei ein Bild mithilfe eines Computerprogramms fließend so verändert wird, dass ein völlig neues Bild entsteht. So können die Kinder, nachdem sie sich Gedanken darüber gemacht haben, wie man Müll vermeiden oder umweltbewusster leben kann, visuell darstellen, wie die Ausgangssituation ist und was man besser machen kann. Im Religionsunterricht wurde das Morphen in Zusammenhang mit der Geschichte vom Barmherzigen Samariter eingesetzt. Mit Hilfe des Verwandlungsprogramms stellten die Schüler dar, was barmherzig oder hilfsbereit sein für sie heute in der alltäglichen Welt bedeuten könnte.

Smarter Sportunterricht

Selbst in Sport habe er digitale Medien schon eingesetzt, erklärt der Schuldirektor und berichtet von einer App, mit der die Kinder beim Bodenturnen filmen können, wie sie eine Rolle vorwärts machen und anschließend verfolgen können, wie das Bild mit einer richtigen Rolle vorwärts verschwimmt.

„Sehr gerne arbeiten wir mit Classmate PCs. Das sind kleine Kinder-Laptops, die einen Griff haben und die man auch zuklappen kann“, erklärt Heinroth. „Sie sind total mobil und nehmen nicht viel Platz im Klassenraum weg.“ Als die Schüler sich im Rahmen eines Projekts mit Erpel einst und heute beschäftigten, konnten sie die mobilen Geräte mit in den Ort nehmen und historische Ansichten nachstellen. Sowohl die Classmate PCs als auch ihre drei Smartboards hat die Schule über den Förderverein angeschafft. Darüber hinaus verfügt sie auch über einen Fotokoffer mit sechs Fotoapparaten.

Insgesamt 21 Grundschulen aus dem RWN-Gebiet wurden seit 2016 in das Landesprogramm aufgenommen, in dessen Mittelpunkt die kritische, verantwortungsvolle und effiziente Nutzung digitaler Medien steht. Seit dem 1. August gibt es eine Richtlinie für Grundschulen in Rheinland-Pfalz, die es verpflichtend macht, dass die Medienkompetenz von Schülern dokumentiert wird. Dazu stellt das Pädagogische Landesinstitut den „Medienkompass Rheinland-Pfalz“ bereit, mit dem die Erpeler Grundschule bereits 2016 auf freiwilliger Basis gearbeitet hat. (eg)

 

 

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