Laut Experten ganze Branchen gefährdet

 

Digitalisierung kostet Arbeitsplätze

Facebook, Smartphones, Google – es werden wohl nur die wenigsten digitale Errungenschaften wie diese heute noch missen wollen. Doch die Digitalisierung hat auch ihre Schattenseiten: Digitalexperte Thomas R. Köhler etwa sieht in den kommenden zwei Jahren bereits sieben Berufsbilder massiv gefährdet.

Alte Zeit: In Häfen wird längst automatisiert verladen.
Bild: Skeeze

Von digitalen Neuerungen bedroht sieht der Experte beispielsweise den Lagerarbeiter: Automatische Wareneingangskontrolle per Kamera und Rechner machen den Angestellten seiner Meinung nach bald überflüssig. Zudem würden bereits vielfach Roboter erprobt, die Waren aus den Regalen holen und in Pakete packen.

Auch Mitarbeiter im Fast-Food-Restaurant sieht Köhler auf dem Abstellgleis. Ob Bestellung oder Küche – die Restaurantbranche arbeite bereits massiv an der Automatisierung. Bei großen Betrieben gibt es längst die Bestellung per Bildschirm. Nun kommt die Digitalisierung auch in den Küchen an. Ob Burger-Braten oder Wok-Küche, gekocht werden kann inzwischen häufig vollautomatisch. Und der Automat braucht weder Pausen noch Urlaub.

Aber es sind nicht nur die sogenannten Geringqualifizierten, die sich sorgen müssen. Auch für Personalverantwortliche, Juristen und Bankmitarbeiter erwartet der Fachmann schwere Zeiten. So käme bereits heute in Personalabteilungen Software zur Kandidatensuche und Vorauswahl zum Einsatz. Überlässt man auch Bewerbungsgespräch, die finale Auswahl und den ganzen Einstellungsprozess dem „Automaten“ so wird „der Personaler“ nicht mehr gebraucht. Die Technik gäbe es bereits heute her. Auch die Entscheidung über Beförderungen dürften nach Ansicht Köhlers künftig automatisch fallen. Software, die laufend die Mitarbeiter bewertet, gäbe es längst und die sei – allen Datenschutzbedenken zum Trotz – weit verbreitet.

Der Jurist hingegen ist zwar heute noch bei der Verhandlung vor Gericht unentbehrlich, bei der Analyse von Verträgen habe Kollege Computer aber bereits die Nase vorn, wie ein Leistungsvergleich zwischen 20 erfahrenen Vertragsanwälten mit einer Vertragsanalysesoftware in den USA ergab.

Auch Banken setzen zunehmend auf Algorhythmen denn auf die Urteilskraft ihres Personals. So habe etwa die schwedische Nordea Bank bereits binnen Jahresfrist 2500 Leute eingespart. Mittelfristig sollen hier die Hälfte der Beschäftigten gehen, da sie durch die Digitalisierung überflüssig werden.

Alles andere als eine rosige Zukunft sieht der Experte auch für Bauarbeiter und Seemänner. In Japan bauen bereits Roboter an Gebäuden. Der 3D-Druck ermögliche es sogar, ganze Rohbauten direkt auf der Baustelle zu drucken. Und auch die Besatzung von Handelsschiffen könnte im Zeitalter selbstfahrender Wasserfahrzeuge bald überflüssig werden.

Als hoffnungslos bezeichnet der Experte die Lage dennoch nicht. Zwar krempele die Digitalisierung den Arbeitsmarkt um. Umso wichtiger werde daher aber die Bereitschaft jederzeit umzulernen und sich weiterzubilden. (red)

 

 

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