Echte Kamelle ist ein Auslaufmodell

Der Countdown läuft. Bis zum Rosenmontag sind es nur noch wenige Tage und die Karnevalisten vom Rhein und Westerwald  scharren mit den Hufen. Bevor sich aber die närrischen Lindwürmer wieder durch die Ortsstraßen wälzen, geben die Zugverantwortlichen noch einmal richtig Gas. Und auch die Kamelle-Beauftragten von Linz, Asbach und Unkel füllen derzeit die Wurfkisten.

Rosenmontagszug Linz 2013

Allein vom Prinzenwagen der Bunten Stadt werden in diesem Jahr rund 50 Zentner Bonbons, Drops, Lakritz und Chips an die jubelnde Narrenschar verteilt.
Bild: H. W. Lamberz (Archiv)

Da kommt einiges zusammen: „Allein auf unserem Prinzenwagen werden wir rund 50 Zentner Wurfmaterial zur Verfügung haben“, so der Linzer Prinzenadjutant Markus Bouillon. Was genau vom Prinzenwagen aus in die jecken Hände fliegen soll, steht bis kurz vor Toreschluss noch nicht endgültig fest. „Bonbons, Tütchen mit Drops oder Lakritz, Chips – die Palette ist bunt“, so der Adjutant.

Bezahlt wird dies alles selbst, versichert das Mitglied der Schweren Artillerie, das Corps, das in diesem Jahr den Linzer Prinzen Christian I. stellt. Und wenn dann der Rosenmontagszug durch die engen Straßen und Gassen der Bunten Stadt kriecht, dürfen die 2,5 Tonnen Wurfmaterial des Prinzenwagens auch nicht so einfach in die Menge geschleudert werden.

Werfen nach Vorschrift

Regelrechte Wurf-Vorschriften sollen verhindern, dass Zuschauer verletzt werden können. „Bis etwa 40 Gramm Gewicht darf eine Wurfladung betragen, das ist eine Handvoll“, so Markus Bouillon. Auch Georg Gerdom, Vorsitzender der KG Unkel, kennt das Problem. „Von unseren drei Wagen sollte möglichst in einem leichten Bogen geworfen werden, also kein direkter Zielwurf“, verrät der erfahrene Karnevalist, der in Sachen Wurfmaterial aber schon genaur Bescheid weiß: „Wir haben jedes Jahr eine Grundbestückung, bei der wir bewusst nur hochwertige Wurfware einsetzen“, so Gerdom.

Das Vorteil-Center in Unkel stellt schon vorher die entsprechenden Paletten zusammen. Da türmen sich kartonweise Süßwaren von Haribo, Mr. Tom, Maoam, Chips und Popcorn in der Wagenhalle. „Wir werfen nur das, was wir selbst auch essen würden“, kennt Gerdom den Geschmack der Unkeler Zug-Zuschauer. Und wenn leckere Schokolade mitfliegt, wird sich besonders gern gebückt.

Eine „klassische Mischung“ ist auch das Wurfmaterial in Asbach. Stephan Spitz setzt hauptsächlich auf Mini-Tütchen von Haribo und DeBeukelaer. „Für Kamelle im Sinne von Bonbons bückt sich heute keiner mehr“, weiß der stellvertrende Vorsitzende des Club Gemötlichkeit.

Verteilt wird in Asbach auf die Wagen der Prinzengarde, des Elferrats und natürlich des Asbacher Prinzen. Das kostet natürlich alles Geld. „Wir bezahlen das vom Verein aus. Dazu machen wir auch im Februar noch Haussammlungen für den Zug“, so Spitz.

Wenn dann am 3. März auch in Asbach Kekse, Schokolade und Haribo-Tütchen fliegen, hat Stephan Spitz für die Zuschauer einen heißen Tipp. „Besonders vom Prinzenwagen aus darf man nicht nach vorne werfen, sondern nur im Bogen zur Seite oder nach hinten. Daher sind das die besten Fangplätze“.

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