Mila Röder


Ein filmreifes Leben

Der Zufall kam bei der Suche in Archiven und Bibliotheken so manches Mal zur Hilfe. Deshalb ist Autorin Catrin Möderler auch überzeugt, dass es ihre Bestimmung war, die Biografie der schönen Sängerin Mila Röder zu schreiben. Auch heute noch werden in Bad Honnef Geschichten über Mila erzählt. Sie wurde nicht nur hier zur Legende. Die Biografie „Mila Röder: Ein bühnenreifes Leben“ (ISBN: 978-3-7482-9394-1, 25 Euro) ist ab sofort in den Media World Buchabteilungen der Vorteil-Center in Asbach und Unkel bestellbar.

Im Bad Honnefer Rathaus: Journalistin Catrin Möderler mit der Marmorbüste der schönen Sängerin Mila Röder, die im 19. Jahrhundert gelebt hatte.
Bild: Stadt Bad Honnef

Das Buch stellt vieles richtig, dennoch ist Milas Leben ungewöhnlich und spannend. Autorin Catrin Möderler hat sachkundig und gewissenhaft recherchiert und ein Buch über eine einzigartige Karriere geschrieben. Zugleich gibt das Buch Einblicke in den Musik- und Kulturbetrieb im 19. Jahrhundert.

Mila Röder lebte von 1847 bis 1887 und ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie in Bad Honnef. Sie wohnte in dem „Röderschen Haus“ am Ende der Austraße, das abgerissen wurde. Einst gekauft hatte das Haus Milas Stiefvater Ferdinand Röder, der als Musikmäzen und mit glücklicher Hand gute Geschäfte gemacht hatte. Er hatte mit Leidenschaft die Karriere seiner Stieftochter als Sängerin gefördert und sie in der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Mila Röder war wohl außergewöhnlich schön gewesen. Ihre Schönheit erwähnten so gut wie alle Journalisten, die über ihre Auftritte in den Zeitungen berichteten. Milas Garderoben waren ausgesucht vorteilhaft und reizend. Jacques Offenbach war fasziniert von Mila und schrieb zwei Operetten exklusiv für sie. In der Operette „Fleurette oder Näherin und Trompeter“ spielte Mila auf der Harfe, ihrem Lieblingsinstrument. Sie sang dazu, so dass das Publikum ihre musikalische Begabung bewundern konnte. Milas kaum ausgebildete Stimme hielt allerdings den großen Partituren nicht stand. Die seit der Kindheit angegriffene Gesundheit wurde durch die vielen und unbequemen Reisen in die Auftrittsorte Wien, Paris, London oder ihrer geliebten Heimatstadt Berlin nicht besser.

Nachdem Mila mit 40 Jahren gestorben war, ließ die Mutter für ihre Tochter und ihren Mann eine Grabkapelle im byzantinischen Stil auf dem Alten Friedhof in Bad Honnef bauen, die heute noch steht. Darin wurde eine Marmor-Büste der schönen Mila verwahrt. Die Büste ist heute witterungssicher im Rathaus aufgestellt.

Einen Bräutigam, so wie es in Bad Honnef erzählt wird, hatte Mila Röder wohl nie, was wohl auch die Mutter zu verhindern gewusst hatte. Der Bad Honnefer Heimatdichter Franzjosef Schneider, der im Jahr 1940 die Geschichte „Das Sterben der Unsterblichen“ über das Leben der Mila herausgegeben hatte, hatte sich viele dichterische Freiheiten herausgenommen. Aber auch er beschreibt einmal mehr mit ausgesuchten Worten Milas wunderbare Schönheit.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.