Freundeskreis hilft bei Sucht


Ein Freund, ein guter Freund…

Wer beim „Freundeskreis Westerwald“ an gesellige Stammtischrunden in der Eckkneipe denkt, der wird schnell eines Besseren belehrt. Wer beim Untertitel „Suchthilfe“ nur an Diskussionen über Alkohol, Drogen und sonstige Gefahren denkt, muss aber ebenfalls umdenken.

Leiten den Freundeskreis Westerwald: Ellen und Gerhard Weyer
Bild: H. W. Lamberz

Wenn Freundeskreis draufstehe, „dann soll auch Freundschaft drin sein“, erläutert Gerhard Weyer die besondere Zielsetzung der bundesweit aktiven Freundeskreise. Auf nicht weniger als sechs verschiedene Gruppen musste der Vorsitzende inzwischen die Interessenten aufteilen. Das hat aber auch etwas damit zu tun, dass Betroffenen etwa nach dem Führerscheinentzug weitere Wege zur Gruppe nicht zuzumuten seien.

Mit der organisatorischen Schützenhilfe endet übrigens schon der größte Teil der Vorstandsarbeit, wie Weyer betont. Die inhaltliche Gestaltung der Gruppenarbeit beispielsweise, die sollte im Idealfall die jeweilige Gruppe selbst betreiben. Der Blick auf das dabei entstandene Angebotsspektrum zeigt dann auch schnell, dass es beim Freundeskreis keineswegs nur um die Suchtthematik geht. Denn die Freizeitangebote von Wildschweinbraten bis Spieleabend betonen sicherlich nicht umsonst den Wert von Miteinander und Gemeinsamkeit.

„Wichtig ist es für unsere Arbeit zu demonstrieren, dass Abstinenz, clean sein, sich lohnt. Dass keiner sich seiner Krankheit schämen muss, und ab sofort zum Lachen in den Keller geht.“ Die Freundeskreisarbeit dreht sich aber nicht nur um den Abhängigen. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass für den Angehörigen auch ein Platz in den Gruppen geschaffen wird wo sie sich angenommen fühlen und Hilfestellungen bekommen. Denn meistens ist es der Angehörige der den Zustand der Suchterkrankung  nicht mehr aushält, weiß Ellen Weyer aus Erfahrung. Sie ist nicht nur Schriftführerin im Verein, sondern steht auch als Kontaktperson für die erste Kontaktaufnahme.

Die Anonymität, wie sie beispielsweise bei den Anonymen Alkoholikern ja schon im Namen steckt, spielt für Gerhard Weyer keine so große Rolle und dafür hat er eine sehr einleuchtende Begründung: „Bei mir haben die Leute früher alle gewusst, dass ich trinke. Jetzt können sie auch alle wissen, dass ich schon 30 Jahre trocken bin.“

Übrigens: Im Freundeskreis Westerwald können sich keineswegs nur Alkoholkranke neue Freunde und damit neue Perspektiven schaffen. Kontaktmöglichkeit: Rufnummer 0 26 88/620 oder freundeskreis-westerwald@t-online.de. (fu)

 

 

 

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