Die Geschichte des Grandhotels Petersberg

 

Eindrucksvoller Ausblick auf den Rhein

Nach zweieinhalbjähriger Umbauphase wurde das Grandhotel auf dem Petersberg am 23. September von Außenminister Maas wiedereröffnet. Eigentümer ist schließlich der Bund, der es für 40 Millionen Euro im laufenden Betrieb renoviert hat. Der Vertrag mit der Steigenberger-Gruppe, die das Hotel seit 1990 betreibt, wurde bis 2024 verlängert.

Der Petersberg um 1930
Bild: Steigenberger Grandhotel & SPA Petersberg

Das spätere Hotel wurde 1834 zunächst als Sommerresidenz des Kölner Bankiers und Kaufmanns Joseph Ludwig Mertens auf der ehemaligen Domäne Petersberg erbaut. Nach dessen Tod kauften die Kölner Gastronomen Paul und Joseph Nelles das Anwesen und begannen 1888 einen Hotelbau im deutschen Renaissancestil. 1892 eröffnete das „Hotel Nelles“, das seinerzeit auch durch die 1889 erbaute Petersbergbahn erreichbar war.

Mangels wirtschaftlichen Erfolges wurde das Hotel 1911 zwangsversteigert. Der „4711“-Fabrikant Ferdinand Mülhens erwarb es – nebst den beiden Zahnradbahnen zum Petersberg und Drachenfels – und ließ es in den Jahren 1912 bis 1914 zum neubarocken „Kurhotel Mülhens“ umbauen.

Nachdem im selben Jahr der Erste Weltkrieg ausgebrochen war, schloss das Hotel bis 1924. Zwei Jahre später baute man die Straße zum Gipfel des Petersbergs, die im Mai 1927 eröffnet wurde. Die in den 1930er Jahren angelegten Rheinterrassen bieten einen eindrucksvollen Blick auf das Rheintal und das weitere Umland.

Der Guide Michelin zeichnete das Hotel damals als eines der zehn renommiertesten in Deutschland aus. 1937 residierte hier der britische Premier Chamberlain, um mit Hitler, der auf der anderen Rheinseite im Bonner Hotel Dreesen wohnte, in Sachen Sudetenkrise zu verhandeln.

Im Zweiten Weltkrieg – wie bereits im Ersten – diente das Hotel als Lazarett. Nach dem Krieg wurde Mülhens enteignet und das Haus zum Sitz der Hohen alliierten Kommission ernannt. Am 21. September 1949 bekam der erst wenige Tage zuvor zum Bundeskanzler gewählte Konrad Adenauer hier von den Siegermächten das Besatzungsstatut überreicht.

Ab 1955 bis zur Schließung 1969 diente das Hotel der Bundesregierung als Residenz für Staatsgäste. Auf Wunsch des Kremlchefs Breschnew wurde es im Mai 1973 anlässlich seines Besuchs in der Bundesrepublik für einige Tage wiedereröffnet.

Bei einer Tour nach Stuttgart-Untertürkheim zur Daimler-Konzernzentrale stand dort ein Coupé des Typs 450 SLC als Gastgeschenk bereit. Der Autonarr Breschnew, der aus Sicherheitsgründen täglich in seine Trutzburg auf dem Petersberg zurückkehrte, setzte sich noch am selben Abend hinters Steuer und fuhr den Wagen auf den engen Serpentinen prompt zu Schrott.

Im Jahre 1978 kaufte der Bund die Immobilie, um sie künftig als Gästehaus zu nutzen, und ließ sie von 1985 bis 1990 umfangreich modernisieren.

Apropos Staatsgäste: Auch Queen Elizabeth residierte hier. Als sie am 18. Mai 1965 bei ihrem ersten offiziellen Besuch der Bundesrepublik im Mercedes-Benz 600 Landaulet vom Flughafen Köln/Bonn zum Petersberg rollte, führte sie neben dem eigenen Tafelsilber auch englisches Wasser für die Zubereitung ihres Tees im Kofferraum mit. (cm)

 

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