Eine Revolution in der Forstwirtschaft

Die weltweit erste serienmäßig produzierte Benzin-Motorsäge kam nicht etwa von der weltbekannten Marke Stihl, mit der schon der ehemalige US-Präsident George W. Bush auf seiner Ranch in Texas vor Fotografen posierte, sondern von Dolmar. Die unter Kennern geschätzte Marke aus Hamburg-Wandsbek ist vielleicht nicht ganz so berühmt wie der in Waiblingen ansässige Wettbewerber, steht dieser aber keineswegs nach.

Die weltweit erste Benzin- Kettensäge der Marke Dolmar läutete eine technische Revolution in der Forstwirtschaft ein.
Bild: Pixelio/Paul- Georg Meister

Im Jahre 1927 stellte der Unternehmensgründer Emil Lerp den „Typ A”, seine erste Benzin-Ketten-säge vor. Die 58 Kilo schwere Säge musste von zwei Männern bedient werden.

Bevor Lerp sich selbstständig machte, war er für die Berliner Firma E. Ring & Co., Hersteller der „Rinco“ Abläng- und Baumfällmaschine, als Verkaufsleiter in Norddeutschland tätig gewesen. Für Süddeutschland war zu dieser Zeit sein späterer Konkurrent Andreas Stihl zuständig.

Um einen Namen für sein Produkt zu finden, organisierte Lerp einen firmeninternen Wettkampf. Vorgabe: Er musste gut klingen und in vielen Sprachen leicht auszusprechen sein. Schließlich war es seine Frau Martha, die den siegreichen Vorschlag Dolmar einreichte. Auf dem Berg Dolmar, einem knapp 740 Meter hohen erloschenen Vulkan in Süd-thüringen, hatte die erste Präsentation der Säge stattgefunden. Emil Lerp war gebürtiger Thüringer und hatte den Berg häufig als Urlaubsort gewählt. Die Säge läutete weltweit eine technische Revolution in der Forstwirtschaft ein.

Mit der Entwicklung des leichteren Modells „Typ C” konnte sich Dolmar ab 1930 auf den Märkten in Europa und auch in Übersee erfolgreich etablieren. Der „Typ CL” von 1939, weiterhin eine Zwei-Mann-Benzin-Motorsäge, war dank einer innovativen Konstruktion seiner Zeit voraus und wurde bis 1964 hergestellt. Bereits 1935 hatte die Firma die erste Ein-Mann-Säge auf den Markt gebracht, den „Typ DB 35“. Diese elektrische Säge wog nur 22 Kilo.

Die erste Ein-Mann-Benzin-Motorsäge vom „Typ CP“ kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Markt – im Jahre 1952. Infolge der stark wachsenden Nachfrage bezog die Firma1969 ein neues Werk am jetzigen Standort Hamburg-Wandsbek.

Nachdem der Motorenhersteller Fichtel & Sachs 1975 eine Mehrheitsbeteiligung an Dolmar erworben hatte, produzierte man zusammen das legendäre Modell „KMS 4“ – die erste Kettensäge mit Rotationskolbenmotor („Wankelmotor“).

Mit der Einführung von Motorsensen und Freischneidern ergänzte Dolmar ab 1985 sein Sortiment, das stetig erweitert wurde und heute Motorgeräte aus den unterschiedlichsten Bereichen für Forst und Garten umfasst. Hierzu gehören unter anderem Blas- und Sprühgeräte, Heckenschneider und -scheren sowie Hochentaster (Kettensägen mit Teleskopstiel).

Nachdem 1987 Fichtel & Sachs und damit auch Sachs-Dolmar von der Mannesmann-Gruppe übernommen worden war, kam die Firma 1991 als 100-prozentige Tochter unter das Dach des japanischen Elektrowerkzeugherstellers Makita. Seit Oktober 2015 firmiert die Hamburger Produktions- und Entwicklungsstätte als Makita Engineering Germany GmbH Deutschland.

Übrigens: Im Jahr 2004 baute Dolmar nach Ideen von Comiczeichner und „Werner“-Erfinder Rötger Feldmann die Dolmette“ – ein fast vier Meter langes Motorradunikat, das von 24 Dolmar-Kettensägen-Motoren angetrieben wird. Sie erreichen ein maximales Drehmoment von 400 Nm, eine Gesamtleistung von 170 PS, rund 260 km/h Höchstgeschwindigkeit und sorgen für einen Sound von mehr als 130 dB. Ein Dolmar-Entwickler sagte dazu: „Die Maschine ist lauter als ein Airbus.“ (cm)

 

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