Wie ist die närrische Berufung mit dem bürgerlichen Beruf zu vereinen?

 

Einmol Prinz zo sin

„Ohne die Familie im Rücken geht es gar nicht, aber ohne Unterstützung meiner Chefs wäre es auch nicht machbar.“ Mike Hofman, Bau­stoff-Experte im Asbacher Vorteil-Baucenter, weiß, wovon er spricht. Als „Jungfrau Meike I. von Steppefott und 100% vom Engel geküsst“ gehört er schließlich zum närrischen Dreigestirn in Asbach-Limbach. Wie gut passen Job und Tradition unter eine Narrenkappe, wollte die RWN-Redaktion von Tollitäten der Region wissen.

Mike Hofman alias Jungfrau Meike (Dritter von links) kann sich in der Karnevalssession voll und ganz auf die Unterstützung seines Arbeitgebers verlassen.
Bild: Elisabeth Klöckner/FotoElli.de

Als Arbeitgeber gratulierte Dr. Jürgen Mertens als einer der ersten dem jungen Akteur aus dem Dreigestirn der KG Flöck-Flöck in Limbach. Wenn der Prinzenwagen am Veilchendienstag durch die Straßen rollte, dann fällt der „Kamelle“-Regen in diesem Jahr dank Unterstützung des Chefs auch etwas kräftiger aus, freut sich der Mitarbeiter.

Das mit der Doppelrolle funktioniert nach Überzeugung der „Jungfrau“ dank einer besonderen Verbundenheit des Unternehmens zur Region: „Ich habe nicht eine einzige negative Stimme am Arbeitsplatz gehört.“ Und Marktleiter Uli Hecken stellt es eher als Selbstverständlichkeit hin, wenn der Dienstplan in den letzten Tagen und Wochen eher mal geändert werden musste. „Wir haben jede Menge aktive Karnevalisten in unseren Mitarbeiterreihen“, erklärt der KG-Musiker.

„Leichtes Spiel“ hatte auch Marcus Broich als „Prinz Marcus von Elferrat und Lenkrad“ beim Club Gemötlichkeit in Asbach. Der letzte Teil seines närrischen Titels weist auf die Tätigkeit als Cheffahrer bei der Kreisverwaltung in Neuwied hin. „Wenn ich nicht einen solchen Chef hätte, wäre es wohl nicht zu packen“, erzählt er von Landrat Hallerbach, Gemeinsam wurde ein Prinzenempfang im Kreishaus kreiert und soll nach dem Auftakterfolg nunmehr zur Tradition werden.

Vorteil-Center und Karneval – das passt in Asbach und Unkel

Der Linzer Prinz Hajo I. (Marx) muss als selbstständiger Physiotherapeut die Prinzenrolle mit Umsatzeinbußen „bezahlen“. Adjutant Toni Derek hilft mit, dass trotz rund 350 verschiedenen Terminen die zeitliche Belastung in Grenzen bleibt. Er hat als Prinz Toni vor Jahren den Schreibtisch des Bankchefs mit der Bütt getauscht. „Das ging ganz gut“, so sein eindeutiger Kommentar.

In Unkel müssen keine Arbeitgeber gefragt werden, denn seit vielen Jahren küren die Narren hier junge Prinzen oder Prinzessinnen. Da muss dann höchstens mal die Befreiung vom Unterricht an den Schulen beantragt werden, weiß KG-Präsident Markus Winkelbach zu berichten. Aber auch Winkelbach und seine KG können den Arbeitgebern der Region „grundsätzliche außergewöhnliche Bereitschaft zur Förderung des Brauchtums“ bescheinigen. Das Vorteil-Center spielt für die Karnevalisten in Unkel übrigens auch eine besondere Rolle – als Veranstaltungsort mit dem Center-Forum. (fu)

 

 

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