Windhagener beschäftigt sich seit sechs Jahrzehnten mit der Astronomie

 

Er holt die Sterne vom Himmel

Wenn es um Licht und Schatten geht, dann kann Hans-Joachim Bruns aus Windhagen ganz besonders gut mitreden. Schließlich verbringt er so manche Stunde damit, am nächtlichen Himmel Sterne zu beobachten. Seit einigen Jahren gibt der Hobby-Astronom sein Wissen auch an hochbegabte Schüler in Koblenz weiter.

Hans-Joachim Bruns blickt seit mehr als 60 Jahren so oft es geht in den Sternenhimmel.
Bild: privat

Er selbst war auch im Schüleralter, als er von den Sternen und Planeten in den Bann gezogen wurde. „Ich wollte damals wissen, wie weit die Sonne wohl von der Erde entfernt ist, aber das wusste in meinem Umfeld niemand.“ Also habe er angefangen, sich intensiver mit der Materie zu befassen.

Mehr als sechs Jahrzehnte lang blickt der Windhagener jetzt schon in jeder freien Minute am Abend oder in der Nacht in den Himmel. Das Teleskop, das ihm die Sterne näherbringt, hat einen Durchmesser von rund 40 Zentimetern und ist über zwei Meter lang. Aber außergewöhnlich teuer ist das Hobby von Hans-Joachim Bruns deshalb nicht. „Gute Teleskope gibt es durchaus schon für weniger als 1000 Euro“, weiß der Experte zu berichten.

Wenn er die letzten vier Jahrzehnte, in denen er sein Hobby beinahe professionell betreibt, Revue passieren lässt, dann sind es gleich zwei Probleme, die ihm und seinen Kollegen Kopfschmerzen bereiten. Der Klimawandel hat ganz offensichtlich dazu geführt, dass weitaus mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre herrscht.

Und die kleinen Tropfen haben große Wirkung: „Da hat inzwischen jeder Stern einen regelrechten Lichthof um sich herum, was durch die Spiegelung des Lichts in der feuchten Luft entsteht.“ Ein klares Sternbild ist da nur noch Wunschtraum.

Mindestens ebenso problematisch ist aber die Verbreitung von LED-Lichtern. Der Windhagener spricht dann auch von „Lichtverschmutzung“, die die kostengünstige LED-Beleuchtung in immer mehr heimischen Gärten erzeugt. Dabei könnte er noch hoffen, denn in Windhagen kann man laut seinen Beobachtungen aktuell in sternklaren Nächten „gut und gerne 500 Sterne mit bloßem Auge sehen“. In Köln wären es wohl zur gleichen Zeit nur noch etwa 20.

Sicher, der ein oder andere im persönlichen Umfeld lächelt schon mal über die Sternguckerei. „Aber meine Frau hat sich beim Blick auf Mond und Jupiter doch vom Reiz meines Hobbys überzeugen lassen.“ Na ja, welche Ehefrau ist nicht begeistert, wenn ihr Mann ihr die Sterne vom Himmel holt? (fu)