Mit „Dialogues des Carmélites“ geht es in die Sommerpause


Ergreifende Geschichte

Und wieder einmal ist die Zeit wie im Flug vergangen, wenn sich am Samstag, 11. Mai, ab 18 Uhr, im Cine 5 Asbach der Vorhang für das letzte große Opernwerk der „Live aus der Met“-Saison 2018/19 hebt. Dann kommt mit Francis Poulenc´ „Dialogues des Carmélites“ eine der wohl schönsten Opern des 20. Jahrhunderts zur Aufführung.

Die Karmeliterinnen wählen den Märtyrertod.
Bild: Met/Ken Howard

Die Oper „Dialogues des Carmélites“, 1957 in der Mailänder Scala uraufgeführt, zählt zu den eher seltenen modernen Werken, die von Publikum und Experten gleichermaßen geschätzt werden. Im Mittelpunkt steht die Aristokratin Blanche de la Force, die 1789 vor kalten und brutalen Gesellschaft und ihrer eigenen Daseinsangst ins Karmeliter-Kloster Compiègne flieht.

Hier hofft sie, Besinnung und Ruhe zu finden. Doch ihre Ängste bleiben bestehen, denn auch die abgeschottete religiöse Gemeinschaft ist geprägt von Machtkämpfen, psychologischen Manipulationen und Unterdrückung.

Als die Französische Revolution fünf Jahre später vor der Klosterpforte keinen Halt macht, müssen sich Blanche und ihre Schwestern entscheiden: ihre Gemeinschaft aufgeben oder für den Glauben sterben. Alle wählen den Märtyrertod. Einzig Blanche flieht erneut, aus Todesangst. Doch dann kehrt sie zu ihren zum Tode verurteilten Schwestern zurück und geht als letzte zum Schafott.

Die Vorlage zu dieser abendfüllenden Oper in drei Akten lieferte die Briefnovelle „Die Letzte am Schafott“ von Freiin Gertrud von le Fort (1876-1971) aus dem Jahr 1931. Zwar hat sie darin die Figur der adeligen Blanche frei erfunden, belegt ist jedoch, dass am 17. Juli 1794 tatsächlich eine Gruppe von 16 Karmeliterinnen singend in den Tod durch die Guillotine ging. 1906 erfolgte ihre Seligsprechung als Märtyrerinnen.

Francis Poulenc schuf hieraus eine Oper, die sich den Prämissen der musikalischen Avantgarde seiner Zeit widersetzte und sich an großen romantischen Kompositionen des 19. Jahrhunderts orientiert. In schillernden Farben werden Ängste, seelische Bedrückung und die Sehnsucht nach Erlösung beschrieben und die Schrecknisse einer Revolution reflektiert. (imr)

 

 

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