Marken des Alltags: Westmark


Erst das Dötschen, dann das Teilen

Was haben der Sparschäler „Famos“, der „Sieger“-Dosenöffner, der Korkenzieher „Monopol Ah-So“ und der Pfannenwender „Küchenfreund“ gemeinsam? All diese seit Jahrzehnten auf dem Markt befindlichen Haushaltswaren werden heute von der Firma Westmark vertrieben. Hergestellt werden sie weiterhin in Deutschland, weshalb sie unter den eingeführten, prominenten Markennamen das Siegel „Germany“ tragen.

Der Eierteiler ist nicht nur zu Ostern auf dem Frühstückstisch zu finden.
Bilder: Hersteller

Das heutige Westmark GmbH mit Hauptsitz im sauerländischen Lennestadt-Elspe wird von Alfred Habbel und Christian Deimel geleitet. Dessen Vater hatte 1956 im Keller seines Wohnhauses in Finnentrop-Deutmecke die Hubert Deimel Haushaltswarenfabrik als Zwei-Mann-Betrieb gegründet. Erstes Produkt war der Sparschäler „Famos“. Der Werbereim der kleinen Firma lautete seinerzeit: „Wir wollen bloß – Deimels Famos“. Dieser Artikel, der sich bald zum Verkaufsschlager entwickelte, wurde dann konsequenterweise auch zum Namensgeber des Unternehmens, das fortan als Famos GmbH firmierte.

Bereits im Jahre 1923 war in Lüdenscheid die ursprüngliche Firma Westmark von Carl Walther Schulte gegründet worden, die 1932 nach Herscheid verlegt wurde. Nachdem man in den ersten Jahren Essbestecke und Vorlegeteile wie Schaum- und Schöpflöffel aus dem damals neuen Werkstoff Aluminium gefertigt hatte, spezialisierte sich Westmark zunehmend auf die Fertigung patentgeschützter Eigenentwicklungen – wie dem genannten „Küchenfreund“, dem seit über 60 Jahren erhältlichen Apfel- und Birnenteiler „Divisorex“ oder dem Käseschneider „Rollschnitt“.

Eierschneider gehört Ostern auf den Tisch

Nicht zu vergessen ist der seit den 1940er Jahren bewährte Eierteiler „Duplex“, der aufgrund seiner einzeln gespannten, rostfreien Edelstahl-Schneiddrähte sehr langlebig ist und sowohl runde als auch ovale Scheiben schneidet. Wenn an Ostern wieder das beliebte Titschen oder Dötschen der gefärbten, hartgekochten Eier ansteht, dann kommt er anschließend in vielen Familien zum Einsatz. Die scharfen Drähte dieses praktischen Küchenhelfers zerschneiden die Eier schnell und sauber in gleich breite Scheiben, ohne dass das Eigelb dabei zerbricht.

Im Jahr 2001 wurde Westmark von der Familie Deimel übernommen und Anfang des darauffolgenden Jahres zur Famos-Westmark GmbH umfirmiert. Im November 2005 kaufte man den Markennamen, die Patente sowie die Maschinen der insolventen Monopolwerke Usbeck & Söhne. Deren Marburger Fertigung verlegte Famos-Westmark ins nur rund zehn Kilometer entfernte Wittelsberg. Hier werden inzwischen sämtliche Zinkdruckguss-Produkte hergestellt.

Im Jahre 2007 übernahm die nunmehrige Westmark GmbH, die 130 Mitarbeiter beschäftigt und mehr als 2500 Produkte im Angebot hat, die für ihre Dosenöffner bekannte Firma Sieger aus Solingen sowie 2012 das Unternehmen Saleen aus Altena, das hochwertige Tischsets und Flechtkörbe aus Kunststoff fertigt.

„Made in Germany“ ist wichtiges Sigel

Apropos „Germany“: Für Westmark ist „Made in Germany“ ein wichtiges Thema – ebenso die Fertigungstiefe. An den beiden Standorten Lennestadt-Elspe und Wittelsberg findet sich neben Abteilungen wie etwa Kunststoffspritzguss, Aluminiumdruckguss oder Zinkdruckguss unter anderem auch ein eigener Werkzeugbau. Das Unternehmen legt großen Wert auf die Tatsache, dass die qualitativ hochwertigen Produkte – trotz der kostenintensiven Fertigung – für die Kunden bezahlbar bleiben und gleichzeitig Arbeitsplätze in der heimischen Industrie sichern. (cm)

 

 

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