Beim Grillen gibt es so manchen Glaubenskrieg – und kaum klare Antworten

 

Es ist meist eine Frage des Geschmacks

Sommerzeit ist Grillzeit, aber am Grill, da scheiden sich noch immer die Geister. Das fängt schon beim „Glaubenskrieg“ um den richtigen Brennstoff an und hört bei der Fleischwahl noch lange nicht auf. Im RWN-Interview erläutert Martin Teetzen, Grillexperte aus dem Vorteil-Baucenter in Unkel, die wichtigsten Unterschiede.

Grillen ist beliebt – doch in vielen Fragen scheiden sich die Geister. Was sagt der Experte?
Bild: Suju

Welcher Grill ist denn nun der bessere, der mit Holzkohle, der Gasgrill oder doch der Elektrogrill?

Martin Teetzen: Wie so oft ist es zunächst mal eine Geschmacksfrage, oder auch eine Platzfrage. Auf kleinem Balkon kommt manchmal ja auch nur ein Elektrogrill in Frage. Der Klassiker, also die Sache mit der Holzkohle, die ist in Deutschland wohl nach wie vor am weitesten verbreitet. Dagegen ist das Grillen mit Gas sicherlich einfacher.

 

Wie meinen Sie das?

Teetzen: Ja eben einfach: Gasflasche aufdrehen, Regler für die Brennstelle aufdrehen, Zündung an, fertig. Das heißt ja auch, dass es keinen Funkenflug gibt, dass es genaugenommen auch keinen Rauch gibt. Also auch keinen Ärger mit den Nachbarn.

 

Also damit müsste doch die Gretchenfrage erledigt sein, oder?

Teetzen: Keineswegs. So mancher Grillkenner schwört auf den typisch holzigen Grillgeschmack, wie er eben nur am Kohlegrill entstehen kann. Das gilt übrigens umso mehr, umso länger das Grillgut gegart wird.

 

Stichwort Grillgut – was gehört denn nun auf den Grillrost?

Teetzen: Da hätte ich vor Jahren eine schnelle Antwort parat gehabt: Würstchen, Bauchfleisch und Nacken – fertig. Das ist aber längst überholt. Heutzutage wird auch vegetarisch oder vegan gegrillt. Nicht jeder Grillfreund weiß außerdem, dass sich auch Fisch sehr gut zum Grillen eignet.

 

Barbecue – das ruft doch nach Rindfleisch, nach dem Steak auf dem Grill, oder?

Teetzen: Wieder eine Geschmacksfrage. Für Schweinefleisch gibt es in meinen Augen gar keine bessere Garmöglichkeit als auf dem Grill. Filetstücke können bei einer Kerntemperatur von 68 Grad vom Grill, Lammfleisch lieber erst nach 70 Grad Kerntemperatur. Geflügel hat sich übrigens in den letzten Jahren zum König des Grills entwickelt. Hierbei gilt, dass der Fleischsaft in allen Fällen beim Drücken klar austreten sollte. Kerntemperaturen also zwischen 75 und 80 Grad.

 

 

 

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