Familienministerium fördert Sprachbildung

Mit dem Programm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, an dem auch knapp 20 Einrichtungen aus dem RWN-Gebiet beteiligt sind, fördert das Bundesfamilienministerium alltagsintegrierte sprachliche Bildung als festen Bestandteil in der Kindertagesbetreuung.

Sprachliche Bildung in Kindergärten fördert der Bund mit einem eigenen Programm, an dem auch das Integrative Montessori-Kinderhaus in Linz teilnimmt.
Bild: Fotolia/Robert Kneschke

Studien haben gezeigt, dass sprachliche Kompetenzen einen erheblichen Einfluss auf den weiteren Bildungsweg und den Einstieg ins Berufsleben haben. Dies gilt besonders für Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien und Familien mit Migrationshintergrund. Daher richtet sich das Bundesprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an Kitas, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit besonderem sprachlichem Förderbedarf besucht werden.

Das Integrative Montessori-Kinderhaus Linz nimmt seit dem Start des Programms Anfang 2016 daran teil. Die Fachkraft für Sprache, die dadurch eingestellt werden konnte, ist eine Bereicherung für das Team. „Weil sie eine zusätzliche Kraft ist, also im Prinzip nicht in die normalen alltäglichen Aufgaben einer Gruppenerzieherin eingebunden ist, kann sie sich voll und ganz der alltagsintegrierten Sprache und deren Umsetzung in den Gruppen widmen“, erklärt Kita-Leiterin Stephanie Reuter.

So animiere sie die Pädagogen zum Beispiel dazu, darauf zu achten, dass auch in den meist stressigen Um- beziehungsweise Anziehsituationen, wenn 15 Zwei- bis Sechsjährige sich für ihren Besuch im Wald fertigmachen, ein richtiger Dialog nicht zu kurz kommt. Gleichzeitig macht sie den Pädagogen aber auch klar, dass es schon ganz viele Situationen im Alltag gibt, in denen sie dialogisch agieren.

Die Fachkraft für Sprache ist zudem im intensiven Austausch mit der interkulturellen Fachkraft; gemeinsam entwickeln sie Ideen und transportieren diese ins Team. „Auch für unsere Kinder, die entweder aufgrund ihres Alters oder ihrer Beeinträchtigung nicht oder nur schwer in der Lage sind sich verbal zu äußern, entwickelte sie in Zusammenarbeit mit den Erziehern Möglichkeiten zu Wort zu kommen“, so Reuter.

Auch der Kindergarten St. Johannes in Bad Honnef beschäftigt im Rahmen des Bundesprogramms eine zusätzliche Fachkraft – seit Mai 2017. „Über 50 Prozent der Kinder, die wir betreuen, bilden und erziehen, haben einen Migrationshintergrund. Die meisten davon wachsen zweisprachig auf“, erklärt Einrichtungsleiter Andreas Wintersohl. „Es ist uns daher wichtig, dass sprachliche Bildung als partnerschaftliche Aufgabe von Kindergarten und Familie verstanden wird.“

Auf der einen Seite gibt es in dem Bad Honnefer Kindergarten viele Möglichkeiten, alltagsintegriert sprachliche Bildung umzusetzen. Beim freien Frühstück zum Beispiel entscheiden die Kinder, wann und mit wem sie frühstücken gehen und es entwickeln sich viele unterschiedliche Gespräche. Mithilfe von Bilderbüchern entstehen neue Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Kindern und den pädagogischen Kräften sowie unter den Kindern. Im Morgenkreis berichten die Kinder von ihrem Alltag und können mitentscheiden, welche Themen situativ behandelt werden.

„Auf der anderen Seite bieten wir in einem Elterncafé Frühstücksangebote und Informationsnachmittage zu den verschiedenen von den Eltern gewünschten Themen, zum Beispiel Sprache und Sprachbildung, Vorschularbeit, Übergang von der U3 in die altersgemischte Gruppe“, so Wintersohl. „Die Rolle der zusätzlichen Fachkraft wird von den Eltern als Unterstützung verstanden und zum Beispiel im Rahmen von Elterngesprächen wahrgenommen.“ (eg)

 

 

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