Marken des Alltags: „edding“


Farbe bekennen bei der Markerwahl

Es gibt nicht wenige Produkte, da bekennen die Bundesbürger – oder zumindest ein signifikanter Teil von ihnen – Farbe und sich zu einer ganz bestimmten Marke. Oft angeführt wird das Auto, denn es war ja noch vor wenigen Jahren angeblich der Deutschen „liebstes Kind“. Doch auch bei eher profanen Artikeln wie Mineralwasser, Kaffee und Zahnpasta sind viele Konsumenten ihrer Stammmarke ewig treu. Das gilt durchaus auch für Filzstifte.

Permanent erfolgreich: Schon in den 1960er Jahren wusste die Marke „edding“ zu begeistern.
Bild: Hersteller

Nachdem Volker Detlef Ledermann und sein ehemaliger Schulkamerad Carl-Wilhelm Edding im Jahre 1959 bei einem japanischen Geschäftsfreund einen Stift mit permanenter Tinte und Schreibspitze aus Filz entdeckt hatten, schickten sie eine Bestellung nach Japan und forderten darin einen Satz dieser Stifte an.

Schon nach kurzer Zeit nahm man den Deutschlandvertrieb der importierten Faserschreiber auf. Hierzu gründeten die Freunde im Frühjahr 1960 in einem Kellerraum in Hamburg-Barmbek die Firma „Edding & Co.“. Der Grundstock der kleinen Unternehmung bestand aus 500 Mark Startkapital und einer Schreibmaschine.

Noch im selben Jahr brachten die beiden Geschäftspartner ihr erstes eigenes Produkt auf den Markt, den „Edding No. 1“. Mit diesem Filzschreiber erzielte man einen sensationellen Erfolg. Bevor die Stifte in Büros und Ateliers Einzug hielten, wurden sie zunächst vornehmlich im Logistikbereich eingesetzt, da sie auch auf stark verschmutzten Oberflächen eingesetzt werden konnten. Zum bekanntesten und (in der Farbe Schwarz) meistverkauften Modell avancierte der zwei Jahre später eingeführte, wiederbefüllbare Permanentmarker „Edding 3000“ mit Aluminiumschaft, der inzwischen in 120 Ländern der Erde angeboten wird.

Nachdem Namensgeber Edding 1986 aus der Firma ausgestiegen war, brachte Ledermann sie an die Börse. Den Hauptsitz hatte man inzwischen nach Ahrensburg in Schleswig-Holstein verlegt. Sechs Jahre später, im Mai 1992, übernahm Edding das VEB Schreibgerätewerk Markant im sächsischen Singwitz. Im Jahr darauf wurde in Bautzen eine Produktionsstätte errichtet. Die Tochterfirma V.D. Ledermann & Co. GmbH war das erste eigene Edding-Werk. Bis dahin war die Firma ein reines Vertriebsunternehmen gewesen – die Stifte kamen aus Fertigungsstätten in Deutschland und dem Ausland.

Anfang 2005 zog sich auch der zweite Gründer aus der Unternehmensleitung zurück und übergab die Geschäfte an seinen Sohn Per Ledermann.

Heute arbeiten etwa 600 Mitarbeiter bei der Edding AG. Die Produktpalette umfasst rund 200 verschiedene Marker für die verschiedensten Oberflächen. Darunter sind Spezialisten, wie etwa jener für Schlachter entwickelte Stift. Der war zunächst ein Flop, doch weil er sich auch für menschliche Haut eignet, wird er inzwischen von Ärzten vor Operationen oder bei Allergietests eingesetzt. Ein anderes, ursprünglich für die Raumfahrt entwickeltes Modell wurde zum ersten Stift, der permanent auf CD-Rohlingen haftete.

Und auch der Pionier, der „Edding No. 1“ wird weiterhin angeboten – und ist auch weiterhin nicht nur auf dem Schreibtisch, sondern ebenso auf der Werkbank am richtigen Platz. Die wasserfeste, schnell trocknende, geruchsarme und lichtbeständige Tinte kann auf fast alle Materialien, einschließlich Metall, Holz, Kunststoff, Glas oder Karton, aufgetragen werden.

Und dank der Keilspitze lässt sich zwischen feiner Schrift und breiten Markierungen variieren. (cm)

 

 

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