Interview mit Ludwig Reuschenbach


Fast nur regionale Fleisch- und Wurstwaren

Regional ist in: Verbraucher wünschen sich immer häufiger Produkte, die in der Region hergestellt oder angebaut wurden. Die Nähe zum Kunden hat die Verantwortlichen der Vorteil-Center in Asbach und Unkel schon seit Jahren dazu gebracht, auf diesen Trend einzugehen. Im RWN-Interview erläutert Ludwig Reuschenbach, Sortimentsmanager Lebensmittel im Vorteil-Center, die Unternehmensphilosophie.

Frische Lebensmittel: Bei regionalen Lieferketten, wie sie im Vorteil-Center bevorzugt werden, profitieren Landwirte, Tiere und Verbraucher gleichermaßen.
Bild: PA Funk

RWN: Herr Reuschenbach, wie reagieren Sie auf den Wunsch der Kunden nach Frische und Qualität aus der Region?

Ludwig Reuschenbach: Wir haben uns als mittelständisches Unternehmen schon seit Jahren der Regionalität verschrieben. Das lässt sich am Beispiel Fleisch- und Wurstwaren sehr eindrucksvoll belegen. Sie müssen nämlich wissen, dass wir über 90 Prozent unseres Umsatzes in dieser Warengruppe mit Produkten von regionalen Anbietern machen.

 

Was verstehen Sie dabei als „regional“?

Reuschenbach: Wir legen einen Radius von maximal 50 Kilometer um unsere Standorte in Unkel und Asbach. Das heißt dann auch, dass wir die Betriebe persönlich kennen.

 

Können Sie Beispiele nennen?

Reuschenbach: Gerne. Nehmen sie beispielsweise unseren größten Lieferanten im Bereich Fleisch und Wurst, den Schlachthof Siebengebirge der Firma Werner. Dort werden in handwerklicher Tradition hochwertige Fleisch-und Wurstwaren hergestellt, die jedes Jahr mannigfach mit Goldmedaillen für ihre Qualität und den hervorragenden Geschmack ausgezeichnet werden.

Dazu kommen Produkte von Metzgereien aus der Region, wie zum Beispiel von den Firmen Prangenberg aus Asbach oder Selbach aus Andernach, Jupp Schöner und Weill aus Köln und Blumberg aus Hückeswagen. Wiedtaler Schinken rundet das regionale Angebot ab.

 

Wo liegen denn überhaupt die Vorteile einer solchen regionalen Verbundenheit?

Reuschenbach: Die Vorteile für die Verbraucher sind natürlich die garantierte: Frische und Qualität. Es gibt aber auch einen Vorteil für die Tiere: Ihnen bleiben die fürchterlichen Tiertransporte, die nicht selten über den halben Kontinent führen, erspart. Dass dies auch noch ein Pluspunkt für Umwelt- und Luftbelastung bedeutet, ist angesichts der aktuellen Feinstaub-Debatte nicht zu verachten.

 

Discounter und große Lebensmittelketten springen derzeit offenbar auch auf den Zug auf. Was ist denn von deren Versprechen zu halten?

Reuschenbach: Discounter und Lebensmittelketten besitzen häufig riesige eigene Fleischfabriken oder beziehen ihre Rohware und die Fertigprodukte aus ganz Europa. Das bedeutet längere Transportwege, mehr Umweltbelastung und eine gnadenlose Preispolitik, die auf dem Rücken der mittelständischen Landwirtschaft ausgetragen wird. Denn nur mit Massentierhaltung und riesigen Fleischkonzernen lassen sich die Discountpreise darstellen. Verlierer bei diesem Spiel sind die Landwirte und die Tiere, vor allem aber die Verbraucher.

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