Frauen-Power im RWN-Land

Sie sind es, die auch hier in der Region oftmals im Hintergrund wirken, sich ehrenamtlich engagieren, in der Politik einiges bewegen oder mal ganz locker Kind und Beruf unter einen Hut bringen. Es sind Frauen, die auch das kulturelle Leben bereichern oder helfen, wo die Not am größten ist. Zum Weltfrauentag stellt RWN einige von ihnen vor.

Gisela Wirtgen baute Hilfsorganisation auf

Unermüdlicher Einsatz für „Kinder in Not“: Gisela Wirtgen
Bild: Verein

Eine Frau, die vieles bewirkt, ist Gisela Wirtgen. Eine weltweit agierende Hilfsorganisation, die Aktionsgruppe Kinder in Not, hat die Windhagener Unternehmerin aufgebaut. Die Aktionsgruppe unterstützt insgesamt 25 Hilfsprojekte auf den Philippinen, in Indien, Chile, Argentinien und Brasilien und Gisela Wirtgen wird nicht müde, gegen das Leid von Kindern in den ärmsten Regionen der Welt zu kämpfen.

Dabei geht es ihr nicht darum, Almosen zu verteilen. „Wir möchten Hilfe zu Selbsthilfe leisten, langfristige Projekte aufbauen, die zu einer dauernden Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien beitragen“, sagt Gisela Wirtgen, der für ihr Engagement bereits der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz und das Bundesverdienstkreuz verliehen wurden.

„Mit Herz und Gefühl“ dabei

„Wir Frauen machen vieles mit Herz und Gefühl“ ist sich die Breitscheider Ortsbürgermeisterin Roswitha Schulte sicher. Wenn es nach ihr ginge, sollten sich mehr Frauen in die Politik einbringen. „Frauen bringen Farbe in die Politik“, sagt Roswitha Schulte. Auch wenn es nach ihren Erfahrungen nicht immer leicht war, „die Männerriege auf die Spur der Frauen zu bringen“.

Ähnlich sieht dies auch die Ortsbürgermeisterin aus Neustadt, Jutta Wertenbruch. Mit ihr und Margret Wallau aus Buchholz  stehen zwei Frauen an der Spitze ihrer Gemeinden in der Verbandsgemeinde Asbach. „Die politische Verantwortung kann man nicht nur anderen überlassen. Frauen verfügen über einen anderen Erfahrungsschatz, als Männer, den sie unbedingt in die Lokalpolitik einbringen sollten“, sagt Jutta Wertenbruch. Denn gerade, was Kinder, Familie und Bildung anginge, seien Frauen doch oftmals tiefer im Thema, als die Männer. „Wer die Chance hat, das Leben in seiner Gemeinde mitzugestalten, sollte diese nutzen“.

Nicht nur in der Politik, sondern auch zunehmend in der Freizeit behaupten sich Frauen in sogenannten Männer-Domänen. Ihre Liebe zum Fußball brachte beispielsweise Martina Klein an die Spitze eines der größten Sportvereine im Kreis Neuwied. Die 50-Jährige ist Vorsitzende des TuS Asbach und somit in der über 130-jährigen Vereinsgeschichte die erste Frau, die die Geschicke der fast 1000 Sportler in Asbach lenkt.

Dass sie als Vorsitzende des TuS Asbach auch schon mal Entscheidungen treffen muss, „die dem ein oder anderen nicht  schmecken“, damit kommt Martina Klein klar. „Es geht ja nicht um mich, sondern um den Verein, da muss man auch schon mal durchgreifen“, hält Klein fest.

Immer zur Stelle, wenn es brennt

Auch die Zeiten, in denen die Feuerwehren als reine Männer-Domäne galten, sind
eindeutig vorbei: In vielen Löschzügen stehen Frauen bereits seit Jahren selbstverständlich ihre Frau im Einsatzdienst. Im Kreis Neuwied sind die weiblichen Wehrleute mit 80 von insgesamt 1535 Aktiven zwar immer noch in der Unterzahl, doch Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Böcking ist sich sicher, dass es in der Zukunft mehr Frauen in der Feuerwehr geben wird.

Bianca Sager ist stellvertretende Wehrführerin der freiwilligen Feuerwehr in Datzeroth. Als Fachreferatsleiterin „Frauen in der Feuerwehr“ kümmert sie sich gezielt um dieses Thema, stärkt den Austausch mit Kameradinnen im Kreisfeuerwehrverband. Sager ist die erste Frau im Kreis Neuwied, die eine Führungsposition in der Feuerwehr übernommen hat. Für die 28-jährige Wehrfrau scheint dies allerdings ganz normal zu sein. Wie ihre männlichen Kollegen auch, absolvierte sie sämtliche  Lehrgänge, machte das Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold. Die junge Frau lenkt das Einsatzfahrzeug und ist sofort zur Stelle, wenn es brennt.

Kampf um Gleichberechtigung

Diese positiven Beispiele engagierter Frauen sollen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Frauen in vielen Bereichen immer noch um Gleichberechtigung kämpfen müssen. „Der Internationale Frauentag hat bei uns schon Tradition – er ist der Tag, an dem wir Frauen noch einmal mit Nachdruck unsere Forderung nach Gleichberechtigung stellen. Und da gibt es noch einiges zu tun“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Asbach, Susanne Christ.

„Aber wir sollten auch mit Stolz auf das bisher Erreichte zurückblicken“, fügt sie hinzu. Als Gleichstellungsbeauftragte lädt sie schon seit einigen Jahren die Frauen am 8. März ein, um gemeinsam zu essen, zu sprechen, Kultur zu genießen und auf diesem Wege zusammenzufinden. „Das ist für mich ein hervorragender Weg, um Frauen zu vernetzen, zu stärken und Frauen mit Migrationshintergrund zu integrieren“, sagt Susanne Christ.

 

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