Kasbachtal Schätze aus vergangenen Tagen

 

Gesammelte Kaffee- und Schokoladennostalgie

Es ist jene Zeit, in der noch das Waschpulver, der Zucker oder die Schokolade mit Mark und Pfennig bezahlt wurden; jene Zeit, in der Markenprodukte, die heute jedes Kind kennt, auf den Markt gebracht wurden und jene Zeit, die voller nostalgischer Erinnerungen steckt, von der Roman Runkel so fasziniert ist. Und genau aus diesem Grunde schuf er seinen Nostalgieladen auf dem Gelände der ehemaligen Steffensbrauerei im Kasbachtal.

Museumsladen Roman Runkel 6

Auf dem Gelände der ehemaligen Steffensbrauerei im Kasbachtal kann man nicht nur in Runkels Museumsladen „Colonialwarenhandlung“ in Nostalgie schwelgen, sondern auch in der Brauereischänke, die mit Dosen, Blechschildern und Kaffeefiltern ausstaffiert ist.
Bild: PA-Funk

Schon die großen Lettern, die über dem Eingang des Laden stehen, verheißen, dass sich hinter der Türe besondere Schätze verbergen: Colonialwarenhandlung heißt der Museumsladen, in dem kleine Waschpulverpäckchen stehen, die zu einer Zeit hergestellt wurden, als es die „Clementine“ im Fernsehen noch gar nicht gab, in der Bonbons noch einzeln gekauft werden konnten, Kaffee noch pfundweise abgewogen und im „Tante-Emma-Laden“ gleich um die Ecke eingekauft wurde.

Dass dieser Laden heute von vielen Nostalgiefans bewundert werden kann, ist der Sammelleidenschaft Roman Runkels zu verdanken. Die begann übrigens schon vor 28 Jahren. Angefangen hatte Roman Runkel damit, Melitta Kaffeefilter, Nudelhölzer und Kaffeedosen zu sammeln. „Alles, was sich um Essen und Trinken rankte, habe ich gesammelt“, erinnert sich Runkel. Dabei legte er den Schwerpunkt auf Kaffee, Kakao und Schokolade. „Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt selbst gar keinen Kaffee getrunken habe, war es einfach für mich ein schönes Thema“, sagt Runkel.

So wuchs seine Sammlung, die sich von der Zeit um die Jahrhundertwende bis hin zu den 1940er Jahren rankt. „Es wurde einfach immer mehr.“ Zu den Kaffeefiltern und großen runden und eckigen Kaffeedosen kamen auch Werbeschilder aus Blech und Emaille hinzu, schließlich wurde die Sammlung auch um Maggi-Schilder ergänzt. Im Laufe der Jahre kamen sogar noch Schokoladenautomaten hinzu.

„Wenn man richtig dekorieren will, dann braucht es nicht ein Schild oder einen Filter, sondern viele“, lautet Runkels Motto. Und so finden sich nicht nur im Nostalgieladen seine gesammelten Schätze, auch in der Brauereischänke lassen sich in allen Winkeln Blechschilder, Dosen und Kaffeefilter aus Omas Zeiten entdecken. Roman Runkels Sammlung an historischen Werbeschildern und Dosen ist die größte öffentlich zugängliche Sammlung in Deutschland. Zählen kann der passionierte Sammler seine Stücke schon lange nicht mehr ‑ allein Hunderte von Nudelhölzern, über 750 Kaffee- und Kakaodosen und ungezählte Blechschilder werden es wohl sein.

Fand Runkel die schönen Stücke damals noch auf Flohmärkten, so wird er heute auf Sammlerbörsen und Auktionen fündig. „Ich kenne von jedem Schild die Geschichte, weiß wo es einst hing und zu welcher Zeit es entstanden ist“, so Runkel. „Es sind alles Zeitzeugen, gleichzeitig erzählen sie auch Firmengeschichten.“ Und genau das ist es, was ihn an seiner Sammlung so fasziniert. „Für mich lebt das hier alles“, sagt er. Schließlich sind es Marken wie Maggi oder Persil, die Produkte geprägt haben, die jedem auch heute noch bekannt sind.

Roman Runkels Nostalgieladen ist an Wochenenden und Feiertagen geöffnet. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

 

 

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