Gewinn für beide Seiten

Die Stadt Hennef hat im April 2016 ein neues Projekt ins Leben gerufen: Die Taschengeldbörse vermittelt Senioren nicht bloß Helfer für alltägliche Arbeiten, sondern fördert auch den Kontakt zwischen den Generationen.

Rund 50 Jugendliche und ebenso viele Senioren haben sich bereits bei der seit April bestehenden Hennefer Taschengeldbörse angemeldet.
Bild: fotolia/highwaystarz

Wenn ältere Menschen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, kann das zu einem echten Problem werden. Leben sie dann noch alleine, werden viele alltägliche Aufgaben schnell zu einer fast unüberwindbaren Herausforderung. Die Taschengeldbörse Hennef hat sich dieses Problems angenommen und vermittelt Kontakte zwischen mobilitätseingeschränkten Menschen und hilfsbereiten Jugendlichen, die für ein kleines Taschengeld ihre Unterstützung anbieten.

Die jungen Menschen im Alter von 14 bis 18 Jahren helfen beim Rasen mähen oder Unkraut jäten, beim Aufräumen des Kellers, beim Einkaufen oder auch bei Schwierigkeiten mit dem Tablet oder dem Smartphone.

Träger der Taschengeldbörse ist der Verein Altenhilfe Stadt Hennef. Unterstützt wird das Projekt vom Seniorenbüro. Wer mitmachen möchte, muss sich zunächst auf der Webseite registrieren. Natürlich können sich die Senioren auch telefonisch oder auf direktem Weg über das Seniorenbüro anmelden.

„Schon jetzt haben sich etwa 56 Jugendliche und knapp 50 Senioren bei uns registriert“, so Elke Grünig, Mitarbeiterin der Altenhilfe und hauptverantwortlich für die Taschengeldbörse. „Das Projekt wird wirklich sehr gut angenommen“, fährt sie fort. „Bei den meisten Aufträgen geht es um Gartenarbeiten. Das liegt sicherlich auch an der dörflichen Struktur von Hennef, hier haben viele Menschen ja ein großes Grundstück.“

Doch selbstverständlich dürfen sich nicht nur Senioren bei der Taschengeldbörse registrieren: Auch Menschen, die beispielsweise durch eine Krankheit vorübergehend oder dauerhaft in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, können sich melden und um Hilfe bitten. Wichtig ist nur, dass sie aus Hennef und den angeschlossenen Ortsteilen kommen. Die Koordinatoren versuchen dann, einen Jugendlichen zu vermitteln, der die gesuchte Tätigkeit ausführen möchte. Damit beide Seiten auf ihre Kosten kommen, soll den Jugendlichen ein Stundenlohn von mindestens fünf Euro gezahlt werden. Außerdem sollte die Arbeit nicht länger als zwei Stunden dauern. Pflegerische Tätigkeiten oder Aufgaben, die zum alltäglichen Ablauf innerhalb des Haushalts gehören, sind grundsätzlich ausgeschlossen.

„Die Taschengeldbörse ist ein großartiges Projekt, das Menschen verschiedener Generationen zusammenbringt“, so Thomas Wallau, Vorsitzender des Vereins Altenhilfe. Denn zum einen wird mit der Nutzung des Angebots vielen Menschen der Alltag erleichtert, zum anderen sorgt das Projekt aber auch für ein besseres Miteinander und Kontakt zwischen den Generationen.

Und nicht zuletzt bietet es den Jugendlichen eine angenehme Form des sozialen Engagements. Eine große Bereicherung für alle Beteiligten.

„Wir hoffen sehr, dass vor allem ältere Menschen, deren Kinder und Enkelkinder nicht vor Ort wohnen, von der Taschengeldbörse profitieren“, so Professor Gerd Bigge, Sprecher des Seniorenbüros.

Nähere Informationen: www.tgb-hennef.de (dp)

 

 

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