Zukunftsforscher verweisen auf Vorteile ländlicher Regionen

 

Großen Städten fehlt Bauland

Das Stichwort Urbanisierung geistert schon seit Jahren durch die Immobilienmärkte. Damit verbunden sind aber auch immer mehr Probleme. Steigende Grundstückspreise, Verkehrsprobleme, Sorgen um die Schadstoffbelastung der Luft und letztlich auch die Gefahr der Entstehung von mehr sozialen Brennpunkten. Kaum verwunderlich also, wenn immer mehr Zukunftsforscher gerne auf die unbestrittenen Vorteil ländlicher Regionen verweisen.

Die letzten Lücken werden gerade im Baugebiet Roniger Hof in Linz geschlossen.
Bild: Presseagentur Funk

Regionen wie das Asbacher Land haben vor allem wegen der guten Verkehrsanbindung die besten Karten, weiß der Immobilienexperte Stephan Dahlhausen von FSG-Immobilien zu berichten: „Die Menschen, die in den Ballungsräumen arbeiten und meist zur Miete wohnen können ihre eigenen Immobilienwünsche dort inzwischen kaum noch realisieren.“

Als „unbezahlbar“ hat unlängst auch der Mieterbund die Baulandpreise in den Ballungszentren bezeichnet. Mit Steigerungsraten von über 25 Prozent stieg der durchschnittliche Grundstückspreis in Großstädten in den letzten Jahren beispielsweise auf über 200.000 Euro. Wohlgemerkt nur der reine Grundstückspreis für ein Einfamilienhaus. Gleichzeitig bemerken die Immobilienexperten eine Stagnation der Bauland-Transaktionen im städtischen Raum, in den Großstädten sogar einen dramatischen Rückgang um 30 Prozent. Vereinfacht ausgedrückt: Es fehlt in den größeren Städten an Bauland.

Das Angebot an größeren Baugebieten ist im nördlichen Rheinland-Pfalz auch nicht gerade riesig. Aber Experte Dahlhausen kann darauf verweisen, dass viel Bewegung im Markt mit Bestandsimmobilien zu beobachten sei. Etwa dann, wenn ältere Hausbesitzer den Aufwand für den Unterhalt der eigenen Immobilie nicht mehr betreiben wollen oder aus anderen Gründen altersgerechtes und zumeist sogar betreutes Wohnen bevorzugen. Ganze vier Tage, so Dahlhausen, habe es beispielsweise in der VG Asbach unlängst gebraucht, ehe ein solches Häuschen zur Freude der Verkäufer an den Mann gebracht werden konnte.

Der gesamte Landkreis Neuwied, so hat es die Stadt Neuwied unlängst im Zusammenhang mit einem Flächennutzungsplanverfahren festgestellt, gilt als „Zuzugsgebiet mit dauerhaft positiver Bevölkerungsbilanz“.

Der 1. Kreisbeigeordnete Michael Mahlert zog vor enigen Tagen eine äußerst positive Bilanz für die Förderung privater Baumaßnahmen: Im zu Ende gehenden Jahr 2018 hat das Innenministerium demnach aus dem Dorferneuerungsprogramm Fördergelder in Höhe von rund 430.000 Euro ausgeteilt.

Mahlert dazu: „Der zentrale Förderschwerpunkt des Förderprogramms ist auf Maßnahmen zur Innenentwicklung und zur Erhaltung der Infrastruktur in den Ortskernen im ländlichen Raum ausgerichtet. Dazu zählen in erster Linie die Wohnraumschaffung und die Umnutzung und Sanierung leer stehender, ortsbildprägender Bausubstanz als auch strukturwirksame Maßnahmen, die der Arbeitsplatzschaffung und -sicherung dienen.“ Auch im kommenden Jahr wollen zahlreiche Gemeinden in der Region der innerörtlichen Entwicklung und Bauverdichtung Vorrang einräumen. (fu)

 

 

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