Im Trend: XXL-Skateboardfahren

 

Großes Brett, großer Spaß

Länger, breiter, bequemer: Skateboardfahren ist wieder voll im Trend. Aktuell allerdings in einer XXL-Version. Weil diese Bretter ein genussvolles, gemütliches Fortbewegen ermöglichen, greifen auch immer mehr Erwachsene zum „Longboard“. Fahren kann sie jeder – auch Anfänger finden schnell ihren Spaß daran.

obs_1

Eine Frage des Alters: Langes oder kurzes Board?
Bild: obs

Was in Hawaii das Surfbrett, wird auch im RWN-Land zunehmend das Longboard. Mit den Limousinen unter den Skateboards kann man sowohl gemütlich cruisen oder downhill die Hügel heruntersausen. Liebhaber schwärmen gar, dass der Traum vom Fliegen mit dieser Art des Gleitens auf Rollen bodenständige Konkurrenz bekommen hat.

Zwar versetzen Skateboards, Inline-Skates und Scooter auch noch Massen in Bewegung – doch deren Fangemeinden werden kleiner. Deutlich wird das auch auf den hiesigen Skatebahnen wie beispielsweise in Asbach oder in den Halfpipes in Windhagen. Für die, die sich hier treffen, ist Skaten Sport, Mode und Kult. Deshalb möchten sie sich auch ganz bewusst von den „Longboardern“ abgrenzen.

„Außer dass beide ein Brett mit vier Rollen benutzen, haben diese Gruppen nichts gemein“, klärt denn auch einer auf, der es genau wissen muss: Titus Dittmann. Der Pionier des Skateboardens in Deutschland, übrigens geboren in Kirchen an der Sieg, stellt zwei völlig unterschiedliche kulturelle Bewegungen fest: „Die Emotionen sind andere. Skaten ist eine Jugendkultur.“

Etwas süffisant erklärt Titus Dittmann die Unterschiede: „Wenn man in der Nähe einer Treppe oder eines Geländers Leute mit Brett und vier Rollen sieht, die dauernd versuchen, aufs Geländer zu springen und keine drei Meter geradeaus fahren, ohne das Brett durch die Gegend zu wirbeln, dann sind das Skateboarder. Wenn einer gemütlich von A nach B fährt und dabei Schlangenlinien fährt, um vorwärts zu kommen, dann ist das ein Longboarder.“

Surfen ohne Wellen und Wasser

Optisch ist das Longboard mit bis zu 150 Zentimetern Länge die Stretchversion des Skateboards. Das vorne oft spitz zulaufende Brett hat breitere Achsen, größere und weichere Rollen. Dadurch läuft es ruhiger, lässt sich besser lenken und verschafft ein optimales Kurvengefühl.

Im Gegensatz zu den kleineren Skateboards eignen sie sich weniger für Tricks, dafür kann man die Longboards hervorragend als alltagstaugliche Fortbewegungsmittel nutzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man auch bei hohen Geschwindigkeiten kontrolliert und recht entspannt fahren kann. Der Geschwindigkeitsrausch endet da, wo der Mut schwindet. Allerdings warnt Skateboard-Papst Dittmann: „Ein wildes Skateboard richtig zu zähmen“, sei schwierig, wenn man nicht schon in jungen Jahren damit begonnen habe, es zu lernen.

Longboards entstanden übrigens in den USA, als kalifornische Wellenreiter Ende der 1950er Jahre auf die Idee kamen, an Surfbrettern kleinerer Bauart die Rollen und Achsen von Rollschuhen anzubringen, um bei ungünstigem Wellengang auf dem Trockenen üben zu können.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.