Rollstuhlfahrerin bietet ihre Mitwirkung an

 

Hilfe, die auch durch den Magen geht

Seit dem Frühjahr 2014 gibt die Asbacher Tafel einmal wöchentlich qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden, an Bedürftige aus. Zu den etwa 85 ehrenamtlichen Helfern gehört auch Gabi Krautscheid.

In der Asbacher Tafel herrscht ganz offensichtlich ein besonderer Teamgeist. Aber auch das Angebot an Hilfe für Bedürftige ist außergewöhnlich.
Bild: Asbacher Tafel

Als sich vor vier Jahren eine Lücke im Zeitplan der 49-Jährigen auftat und sie von der Asbacher Tafel hörte, „hab ich mal ganz dumm nachgefragt, ob sie auch jemand gebrauchen können, der im Rollstuhl sitzt“. Gabi Krautscheid ist an Multipler Sklerose (MS) erkrankt, sitzt teilweise im Rollstuhl und ist nicht mehr berufstätig. „Ich engagiere mich gerne ehrenamtlich“, sagt die Rentnerin, die beim TUS Asbach Abteilungsleiterin Breitensport ist, eine MS-Selbsthilfegruppe leitet und im Gemeinderat tätig ist.

Donnerstags gibt es Lebensmittel

Bei der Asbacher Tafel ist sie für die Kunden- und Mitarbeiterverwaltung zuständig. In der Regel ist sie am Ausgabetag – donnerstags – von neun bis 16.30 Uhr vor Ort. „Die Kunden kommen rein, melden sich an, und ich notiere dann die Anzahl der Personen und die Kundennummer und kontrolliere mit einem Kollegen, ob es eine Unverträglichkeit oder ähnliches zu beachten gibt“, erklärt Krautscheid, wie die Registrierung von statten geht. Geprüft wird auch, ob die Bedürftigkeit noch gegeben ist.

Die Asbacher Tafel hilft Bewohnern der Verbandsgemeinde, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt, Leistungen für Asylbewerber oder Wohngeld erhalten. „Wir geben jede Woche Körbe an um die 100 Haushalte raus. Überwiegend sind es Einzelpersonen“, weiß die Ehrenamtliche. Anhand der von ihr erstellten Liste packen die Helfer in der Warenausgabe die Lebensmittelkörbe. Um diese füllen zu können, sammeln Fahrer regelmäßig bei über 25 Einzelhandelsgeschäften übrig gebliebene Lebensmittel ein, die nach den gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar sind.

„Gegen zehn Uhr machen wir ein gemeinsames Frühstück mit allen, um die Gemeinschaft zu stärken“, erklärt Krautscheid. „Das ist ja auch ziemlich wichtig.“ Insgesamt engagieren sich etwa 85 Personen ehrenamtlich bei der Asbacher Tafel, aber nicht alle sind jede Woche da. Die jüngsten Helfer sind zwei etwa 15-jährige Mädchen, die älteste Helferin ist etwa 80 Jahre alt. „Es sind wesentlich mehr Frauen als Männer“, weiß die Ortsansässige. „Die Männer sind überwiegend die Fahrer.“

Bedürftige, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Tafel kommen können, bekommen die Lebensmittel nach Hause geliefert. Alle anderen können, während sie auf ihren Korb warten, in der Cafeteria, in der kostenlos Getränke und Gebäck angeboten werden, Platz nehmen und mit anderen ins Gespräch kommen. Beim Sozialteam der Tafel können sie den ein oder anderen Rat einholen.

Tafel bietet auch Sprachkurse an

Zudem gibt es ein Regal, an dem sich die Bedürftigen selbst bedienen können. Darin stehen etwa Lebensmittel, die knapp abgelaufen sind. Auch Hygieneartikel wie Seife, Zahnpasta oder Duschgel werden dort ausgelegt, damit die Kunden selbst auswählen können und weil es meistens nicht genügend Exemplare für alle Körbe gibt.

Die Asbacher Tafel unterstützt ihre Kunden aber nicht nur materiell. Sie bietet auch Sprachkurse zum Erlernen der deutschen Sprache an. Und Gabi Krautscheid organisiert dreimal im Jahr ein Begegnungscafé. In der Karnevalszeit gab es ein Prinzencafé für Jedermann, im April anlässlich des vierjährigen Jubiläums der Tafel ein Geburtstagscafé für Jedermann; noch geplant ist ein Herbstcafé mit frischen Waffeln. Wer nicht bedürftig ist, kann etwas in eine Spendendose werfen. (eg)

 

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