Patrone tief mit Ort verwurzelt


Hingebungsvolle Heiligenverehrung

Petrus, Antonius und Theresia: so verschieden und doch haben sie eins gemeinsam. Sie alle sind Ortspatrone hiesiger Gemeinden. Doch was ist ein Ortspatron überhaupt und welche Funktionen erfüllt er? Worin liegt der Unterschied zum einfachen Schutzpatron und welchen Ursprung haben diese Heiligenverehrungen? 

Die heilige Theresia von Lisieux ist Schutzpatronin der Gemeinde Willroth im Landkreis Altenkirchen.
Bild: PD

Allgemein ist unter einem Schutzpatron nach katholischem Verständnis ein Heiliger zu verstehen, der in besonderem Maße für die Fürsorge für eine bestimmte Menschengruppe verantwortlich ist. Er wird von den Gläubigen in bestimmten Fällen bevorzugt angerufen. So gibt es den Schutzpatron der Kranken und Hilflosen, der Armen und Reisenden.

Ein Ortspatron hingegen, tritt zusätzlich als Schutzpatron eines Ortes zum Beispiel einer Stadt oder eines Dorfes auf. In vielen Fällen kann ein Patron beides sein, Ortspatron und Schutzpatron einer Kirchengemeinde zugleich. Auch in der RWN-Region gibt es dafür Beispiele.

Reliquie des Heiligen Petrus

Zuerst wäre da der Heilige Petrus, Ortspatron der Gemeinde Peterslahr, zu nennen. Peterslahr ist nämlich zu großer Bekanntheit gekommen, dank einer Reliquie des Heiligen Petrus. So ist das ehemalige Niederlahr schnell zum beliebten Wallfahrtsort geworden und trägt bis heute den Namen seines Schutzpatrons.

Diese Petrus-Verehrung findet ihren Ursprung im 14. bis 15. Jahrhundert und macht deutlich, dass der Glaube in Peterslahr tief verwurzelt ist. Der Heilige Petrus wird als Märtyrer und Sprecher der Apostel angebetet. Der Legende nach floh Petrus vor der Christenverfolgung und begegnete dabei Jesus. Dieser antwortete ihm, dass er zurück in die Stadt gehe um sich ein zweites Mal kreuzigen zu lassen. Davon beschämt kehrte er zurück und wurde kopfüber gehängt. Dementsprechend sind ein umgekehrtes Kreuz, Buch aber auch Schlüssel  typische Attribute des Heiligen Petrus. Letzteres kann ebenfalls im Wappen Peterslahrs bewundert werden.

Auch der Heilige Antonius, Schutzpatron der Gemeinde Etscheid wurde in der St. Antonius Kapelle von zahlreichen Pilgern auf Wallfahrt besucht. In der Tat waren es einst so viele Pilger, dass die kleine Kapelle sogar noch um einen zusätzlichen Ausgang erweitert werden musste, um den Strömen der Gläubigen standzuhalten. Als einer der beliebtesten Heiligen wird Antonius regelmäßig von Gläubigen aus aller Welt um seine Hilfe angerufen. Bereits Zeit seines Lebens wirkte er zahlreiche Wunder und ist heute als Wiederbringer alles Verlorenen bekannt.

Die „kleine Theresa“ von Willroth

Die heilige Theresia von Lisieux, Patronin der Gemeinde Willroth, wird ebenfalls hingebungsvoll verehrt. Ihre Heiligsprechung erfolgte 1925. Bereits zwei Jahre später wurde ihr die Ehre zuteil, als Kirchenlehrerin ernannt zu werden. Denn in ihrer eigenen Interpretation des Wesen Gottes erfasste sie den Herrn nicht länger vornehmlich als gerecht, sondern vielmehr als barmherzig und verzeihend.

So wundert es nicht, dass die junge Heilige als Patronin der Weltmission Gläubigen bis heute Trost spendet. Dabei kommt ihr liebevoll der Spitzname „kleine Theresa“ zu, als Abgrenzung zur „großen Theresa“, nämlich  Theresa von Àvila.

Man sieht also: jeder dieser Heiligen ist aus einem bestimmten Grund als Ort- beziehungsweise Schutzpatron ernannt worden. Dabei ist der Ursprung der Heiligen-Verehrung meist tief in der Historie eines Ortes verwurzelt. Und so überraschen diese Gemeinden immer wieder in ihrer facettenreichen Vielschichtigkeit, ganz zur Freude aller Gläubigen der Region. (ck)

 

 

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