Marken des Alltags: Cloer


Hörnchen gehören zum Jahreswechsel dazu

In vielen Familien gehören „Neujahrshörnchen“ zum ersten Tag im neuen Jahr wie das Gläschen Sekt um Punkt 0 Uhr. Beim Neujahrshörnchen handelt es sich um eine dünne, harte, gerollte Waffel („Hohlhippe“), in die üblicherweise geschlagene Sahne gefüllt wird. Die Marke Cloer kann eine lange Tradition im Produktsegment Hörnchen- und Waffelautomaten vorweisen und ist in Deutschland seit Jahrzehnten Marktführer.

Der Schmied Caspar Cloer aus Neheim-Hüsten bei Arnsberg gründete 1898 eine kleine Firma, die aus Schmiede und Werkzeugbau bestand. Der Anschluss an die Stromversorgung im Jahre 1909 bescherte den Neheimer Werkzeugmachern beachtliches Wachstum.

Seit dem Jahr 1936 stellt die 1898 als Schmiede gegründete Firma Cloer Waffeleisen her.
Bilder: Cloer

Im Jahre 1929 übernahmen die drei Söhne Eugen, Wilhelm und Carl Cloer das Unternehmen. Aus der Schmiede war inzwischen die Manufaktur  „Caspar Cloer Fabrik für elektrische Heiz- und Kochgeräte“ hervorgegangen. Es wurden nun Kochplatten und – als mit Abstand wichtigstes Produkt – Bügeleisen hergestellt. Letztere bestanden seinerzeit aus einem beheizten Gusskörper und einem Metallgehäuse mit Holzgriff.

Auf der Leipziger Messe 1936 stellte Cloer seine ersten elektrisch betriebenen, ebenfalls aus Stahlguss hergestellten Hörnchen – beziehungsweise Waffeleisen vor. Wilhelm Cloer, der für die Entwicklung der neuen Geräte verantwortlich war, konnte auf die bewährte Technik der Bügeleisen zurückgreifen. Denn Hörnchen- und Waffeleisen sind im Prinzip nichts anderes als zwei miteinander verbundene, kreisrunde Bügelsohlen, die mit einem strukturierten Waben- oder Dreiecksmuster als Negativmatrize für die Waffel versehen sind.

Nachdem die Firma 1938 in „Caspar Cloer GmbH & Co. KG“ umfirmiert worden war, entschieden sich die Cloer-Brüder 1940 zur nochmaligen Erweiterung ihrer Produktpalette: Fortan stellte sie neben Kochplatten, Hörnchen-, Waffel- und Bügeleisen auch Wasserkocher her.

In den 50er Jahren wurde das Material der Plätteisen verbessert – bei den Leichtbügeleisen, die nun auf den Markt gebracht wurden, ersetzte Aluminium den bis dahin verwendeten Stahl. Und wieder zeigte sich die nahe Verwandtschaft von Bügel- und Waffeleisen: Nach Versuchen mit Bügeleisenreglern stellte Cloer die ersten Hörnchen- und Waffeleisen mit regelbarem Thermostat vor. Dieser schaltete das elektrische Heizelement ab, sobald der gewählte Bräunungsgrad erreicht war. Mit dem Hinzufügen des roten Kontrolllämpchens war der Hörnchen- bzw. Waffelautomat erfunden. Eine Ergänzung der Kontrolllampe stellte in den 60er Jahren der zusätzliche Signalton dar.

Nachdem 1966 Günther Cloer im Alter von nur 25 Jahren die Leitung des Unternehmens übernommen hatte, kamen Anfang der 70er Jahre die ersten Waffelautomaten mit Kunststoffgehäuse auf den Markt – zunächst in Weiß, später auch in dem für die Zeit typischen Orange.

In den 90er Jahren erhielten sämtliche Cloer-Erzeugnisse, die seit Anfang des Jahrzehnts ausschließlich in Südchina produziert werden, ein einheitliches Design. Das Portfolio wurde in den Folgejahren weiter modernisiert.

Neujahrsgebäck soll Glück bringen

Seit 2004 leitet Achim Cloer das Unternehmen – in der vierten Generation. Im unmittelbar bevorstehenden Jahr 2018 kann es sein 120-jähriges Jubiläum feiern und befindet sich nach wie vor zu 100 Prozent in Familienbesitz.

Apropos Neujahrshörnchen beziehungsweise „Neujährchen“, „Neujahrskuchen“ oder „Eiserkuchen“: Wie alle Neujahrsgebäcke gelten sie ihrer ursprünglichen Bedeutung nach als Glücksbringer und sollen vor Hunger, Krankheit und Unheil schützen. (cm)

 

 

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