Iltisse, Füchse und andere Sonderfälle

Seit 2009 betreiben Nils Michael Becker und seine Frau Stefanie Huck auf dem Retscheider Hof in Aegidienberg eine Wildtierstation, die auf Iltisse, Füchse und Marder spezialisiert ist. Bei der Anlaufstelle, die rund um die Uhr erreichbar ist, landen jedoch regelmäßig auch andere „Sonderfälle“.

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Vor neun Jahren hatte das Ehepaar das Glück, in Bad Honnef einen geeigneten Hof zu finden. „Für die Wildtierstation ist das Entscheidende, dass wir hier Stallungen haben, in denen wir über sehr viel Platz verfügen und wo wir entsprechend Tiere unterbringen können“, so Nils Michael Becker.

Wie viele Tiere die Wildtierstation aufnehmen könne, hänge von den Einzelfällen ab. So beanspruche ein erwachsener Fuchsrüde, der in der Station eine Verletzung auskuriert, eine ganze Box für sich alleine. Junge Fuchswelpen hingegen würden sich auch zu sechst oder siebt gut in einer der Boxen halten lassen, erklärt der Hofbesitzer. Denn für Wildtiere sei es zwar typisch in Gruppen aufzuwachsen, doch im Erwachsenenalter würden diese meist zu Einzelgängern. „Deswegen kann es sein, dass wir mit zehn Tieren schon komplett an der Belastungsgrenze sind und dass wir zu anderen Zeiten 60 oder 70 Tiere gleichzeitig hier haben und kein Problem“, so Becker.

Ebenso wie die Zahl der Tiere in der Station variiert, ist auch die Aufenthaltsdauer eines Tieres unterschiedlich. So gebe es etwa Langzeitpatienten, die sich nach komplizierten Operationen erholen müssen, und „es gibt Tiere, die nur eine Nacht hier sind, weil sie einen Autounfall hatten und zur Beobachtung hier sind“, so Becker.

Zudem gebe es eine „sehr intensive Zusammenarbeiten mit den großen Stationen in Deutschland. Wir kennen untereinander unsere Spezialisierungen und da werden dann Tiere auch entsprechend verteilt.“ So kommen immer wieder Tiere von sehr weit her nach Bad Honnef, Iltisse zum Beispiel aus dem gesamten Bundesgebiet.

Häufiger komme es auch vor, dass die lokale Polizei oder Feuerwehr nach tierischen Einsätzen im Siebengebirge oder Westerwald auf dem Hof Hilfe sucht. Im Winter sei es zumeist aber eher ruhig in der Station: „Die heiße Phase ist die mit Jungtieren, die im Frühjahr beginnt und die dann relativ lange dauert, weil Wildtiere ja nicht alle zur gleichen Zeit werfen.“ Übers Jahr gerechnet durchlaufen dann bis zu 400 Tiere den Retscheider Hof.

Während Becker vor Ort eine Anwaltskanzlei betreibt und so den Hof finanziert, kümmert sich seine Frau von früh morgens bis abends um die Tiere. Stefanie Huck ist gelernte OP-Schwester. Eine Ausbildung in dem Bereich, in dem sie jetzt arbeitet, gibt es nicht. „Meine Frau hat das einfach von Kindesbeinen an mitbekommen. In der Familie sind immer schon Wildtiere aufgezogen worden“, weiß Becker. Der Rest sei „Learning by doing“ und stetige Fortbildung. Dabei bietet die gebürtige Bonnerin auch selbst Fortbildungsveranstaltungen an, zum Beispiel für Tierärzte und für Tierheime zum Thema „Wildkatzen“. (eg)

Bilder: Wildtierstation

 

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