Architekt im Rheinland – König in Afrika

 

In Tirol, Ghana und Ockenfels zu Hause

Beim Thema Heimat kennt sich Gerhard Meickl aus Ockenfels besonders gut aus. Er hat gleich drei davon. Im RWN-Gespräch erzählt der Ingenieur, wie wichtig berufliche Einflüsse aus seiner Sicht bei der Wahl eines Heimatortes sein können.

Der König von Ghana, Gerhard Meickl aus Ockenfels, in traditioneller, afrikanischer Kleidung.
Bild: privat

Aus Tirol kam der Diplomingenieur vor mehr als vier Jahrzehnten nach Ockenfels. Beinahe wäre die „graue Stadt am Meer“, also Husum in Schleswig-Holstein und eine dortige Unternehmensleitung seine Heimat geworden. Aber Meickl entschied sich für den Job bei Streiff.

Er gesteht, dass es ihn immer wieder gereizt habe, Neues zu erkunden. Weitsicht sei ein anderer wichtiger Aspekt in seinem Leben gewesen. Das meint er auch wörtlich und führt stolz den tollen Ausblick ins Rheintal von seiner Terrasse vor.

Weitsicht war wohl auch im Spiel, als er vor Jahren in Kontakt mit den westafrikanischen Staat Ghana kam. Ein folgenschwerer Kontakt: Als seine Lebensgefährtin ihn zum ersten Mal in ihre westafrikanische Heimat mitnahm, wurde ihm eine besondere Aufgabe angetragen: Der Ockenfelser darf sich seitdem „König von Ghana“ nennen.

Engagement für soziale Projekte

In zahlreichen Interviews und Fernsehsendungen musste Meickl seitdem immer wieder die Vorurteile vom monarchischen Leben in Saus und Braus abbauen. Wie zahlreiche andere „Chiefs“ in Ghana engagiert sich Meickl vor allem für soziale Projekte.

Bei der Frage nach den Werten seiner zweiten Heimat kommt Meickl immer wieder auf berufliche Perspektiven zu sprechen. Da war es im Schatten des Wilden Kaisers wohl eher zu „eng“ und nach der Ausbildung in Innsbruck rief es den Weltmann zu Höherem. Der Pendler zwischen den Kontinenten erzählt gerne vom Erfolg, den er später als selbstständiger Architekt im Rheinland hatte. Etwas leiser spricht er aber auch von Heimatgefühlen. Ja, die Menschen am Rhein haben es ihm „besonders leicht gemacht, hier anzukommen“. Er fühle sich heimisch. Aber: „Manchmal kommen auch wehmütige Gedanken an mein Tirol hoch“. (fu)

 

 

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