Jecke mögen süße Sünden

„Alaaf“ und „Helau“ klingt es jetzt laut durchs ganze RWN-Land. Die Jecken toben sich in diesen Tagen so richtig aus und schlemmen frei nach dem Motto: „Erst prassen, dann fasten!“ Denn das närrische Volk will sich für Sitzungen, Bälle und Umzüge stärken und braucht eine gute Grundlage, wenn Alkohol fließt. Dabei geht die Liebe zum Narrentum, mal deftig und kräftig, mal süß und sauer durch den Magen. Entsprechend groß und vielfältig ist das Angebot an Karnevalsschmankerln in den Vorteil-Centern Asbach und Unkel.

Närrische Kost

Auch ohne Narrenkappe kann man einem süßen Berliner Ballen aus dem E&S-Backparadies nur schwerlich widerstehen.
Bild: Presseagentur Funk

Für die meisten Menschen wäre die fünfte Jahreszeit ohne Berliner und Mutzenmandeln aus der süßen sowie Bratheringe und Eingelegtes aus der sauren Fraktion beziehungsweise Suppen und Mettbrötchen aus der gehaltvollen Küche wie Weihnachten ohne Tannenbaum oder Ostern ohne Eier.

Für das Prassen und Schmausen gibt es historisch einen pragmatischen Grund: Bevor es Kühlschränke gab, mussten Vorräte wie Fleisch, Butter und Eier vor der Fastenzeit aufgebraucht werden. Dazu passt auch die Erklärung, dass sich das Wort Karneval vom lateinischen carne vale „Fleisch, leb wohl“ ableitet.

Bei der Herstellung spezieller Fastnachtsgebäcke wie Berliner, Krapfen oder Muzen galt der Donnerstag vor Aschermittwoch als der klassische Backtag. Aus dieser Tradition heraus entstanden dann auch Bezeichnungen wie „Fetter Donnerstag“ oder „schmutziger Donnerstag“.

„Berliner, Krapfen und Mutzen haben eine sehr lange Tradition“, erläutert Sarah Hardt aus dem E&S-Backparadies im Asbacher Vorteil-Center. „Unsere Krapfen werden mit Rosinen gebacken und die Berliner mit Marmelade, zumeist Aprikose, gefüllt“, erläutert die Fachverkäuferin weiterhin kleine Unterschiede. Neu im Sortiment hier sind Berliner mit einem Schuss Vanillecreme-Eierlikör. Besonders gefragt sind in der jecken Zeit zudem Apfelberliner, Quarkbällchen, Donuts, Schweineohren und die „Piep-Piep-Piep-wir-haben-uns-alle-lieb“-Nussecken.

Doch nicht nur Süßes, auch sauer Eingelegtes und Deftiges ist fester Bestandteil der Karnevalsküche. „Typisch sind herzhafte Speisen wie Heringssalat, Rollmöpse, Frikadellen oder Gulasch- oder Kartoffelsuppe“, weiß Ludwig Reuschenbach, Einkaufsleiter der beiden Lebensmittel-Vorteil-Center in Asbach und Unkel.

Dabei eignen sich Bismarckheringe, Rollmöpse und Bratheringe hervorragend sowohl als Grundlage für lange Nächte als auch für den Kater am nächsten Morgen. „Und auch alles, was auf dem Speiseplan von typisch Kölsche Karnevalisten steht, wie Dicke Bohnen mit Speck, Rievkooche oder Kölsche Kaviar, ist in unseren Märkten als Fertiggericht oder TK-Produkt erhältlich. Außerdem befinden sich natürlich alle Zutaten für diese Spezialitäten frisch auf Lager.“

Eine bedeutende Rolle bei den Fastnachtsgerichten spielen allgemein auch Suppen. Bei der Mehlsuppe beispielsweise, die auch gut für den Magen sein soll, werden einige Esslöffel Mehl in Fett braun angeröstet und mit Wasser oder Brühe abgelöscht und einfach abgeschmeckt. Sie gilt als sehr sättigend und wird gerne vor einem langen und anstrengenden Narrentag gegessen.

Übrigens: Herzhafte und besonders salzige beziehungsweise saure Speisen haben nach Auskunft von Ludwig Reuschenbach ihren Platz unter den beliebtesten Karnevalsspeisen nicht umsonst. „Mit ihnen lässt sich der Mineralstoffverlust, der durch Alkoholkonsum verursacht werde, gut ausgleichen. Deshalb signalisiert der Körper Appetit auf Deftiges oder sauer Eingelegtes.“

Mehr zum Karneval im RWN-Land: rwn24.de/karneval/

 

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