Cine 5 Met: Verdis „Luisa Miller“


Kabale und Liebe auf Italienisch

„Aida“, „Don Carlos“, „Fal­staff“, „Otello“ – wann immer man von Giuseppe Verdi spricht, fallen diese großen Opernnamen. Doch in seinem Werkverzeichnis finden sich auch weniger bekannte, oft unterschätzte Musikperlen. „Luisa Miller“ ist eine solche. Jetzt ist sie nach mehr als zehn Jahren wieder auf der großen Bühne der Metropolitan Opera in New York zu sehen – und  somit auch im Rahmen der beliebten Veranstaltungsreihe „Live aus der Met“ am Samstag, 14. April, ab 18.30 Uhr im Asbacher Lichtspieltheater Cine 5.

Sonya Yoncheva ist in der Titelrolle als Luisa Miller zu sehen und zu hören.
Bild: Met/Ken Howard

Im Jahr 1846 erhielt Verdi den Auftrag zu „Luisa Miller“ vom Teatro San Carlo in Neapel, wo die Oper in drei Akten auch am 8. Dezember 1849 uraufgeführt wurde. Das Libretto verfasste Salvatore Cammarano nach Friedrich Schillers Sturm-und-Drang-Trauerspiel „Kabale und Liebe“.

Es war bereits Verdis dritte Vertonung eines Dramas vom deutschen Dichterfürsten. „Es ist ein großartiges Drama, voller Leidenschaft und theatralisch sehr effektvoll“, war der Komponist vor allem von Schillers psychologischem Scharfblick auf die Figuren angetan sowie von der Unausweichlichkeit, mit der die Handlung auf ihr tragisches Ende zurast.

Ort des Geschehens ist Tirol in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen Miller, ein alter Soldat außer Dienst (Plácido Domingo), seine Tochter Luisa (Sonya Yoncheva), Graf von Walter (Alexander Vinogradov), dessen Sohn Rodolfo sowie Wurm, der Sekretär des Grafen.

Luisa heiratet Wurm – das Unglück beginnt

Sie alle prägen die herzzerreißende Geschichte, bei der Rodolfo um Luisa wirbt. Doch beide Väter widersetzen sich aus Standesdünkel und Egoismus der Heirat. Als Rodolfo dann droht, ein düsteres Familiengeheimnis zu enthüllen, wird Miller auf Betreiben des intriganten Verwalters mit dem programmatischen Namen Wurm, der selber ein Auge auf Luisa geworfen hat, festgenommen.

Um ihren Vater vor dem Tod zu retten, erklärt sich Luisa bereit, Wurm zu heiraten. Rodolfo ist über die vermeintliche Untreue seiner Angebeteten so verzweifelt, dass er sie und sich selbst vergiftet. Zu spät haben die beiden erkannt, dass sie Opfer einer Intrige geworden sind.

Musikalisch ist „Luisa Miller“ inmitten der beiden großen Schaffensepochen Verdis angesiedelt – zwischen effektvollen Historienstoffen einerseits und experimentierfreudigen motivischen Techniken andererseits. (imr)

 

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