„Kochen ist einfach das Beste“

Sie hat ein klares Ziel vor Augen – und doch wieder nicht. Paulina Karawaew will erst einmal ihr Fachabitur machen. Was anschließend passiert, darüber ist sich die 19-jährige Schülerin der Alice-Salomon-Schule (ASS) in Linz noch nicht ganz klar.

Alice Salomon Schule Linz - Paulina Service Kraft

Paulina Karawaew nimmt für ihren Schulabschluss an der ASS in Linz einiges
in Kauf.
Bild: H.-W. Lamberz

Auf der Berufsbildenden Schule hat sich Paulina für die Fachrichtung „Hauswirtschaft“ entschieden. Die Ausbildung hier ist ziemlich gut“, lobt die Schülerin das Konzept der ASS. Paulina sieht in der Hauswirtschaft schon einen typisch weiblichen Beruf, wie sie zugibt. „Aber das macht mir nichts aus, im Gegenteil“.

Nur eines ärgert sie. „Das nicht so tolle Image einer Hauswirtschafterin stört mich. Denn die Leute wissen gar nicht, was sich dahinter verbirgt“. In der Tat ist es ein sehr anspruchsvoller Beruf. Wer die höhere Berufsfachschule Hauswirtschaft absolviert, muss neben dem Lehrstoff noch zahlreiche Praktika vorweisen und sich im Unterricht auf alle Aspekte einer Hauswirtschaft einlassen. Das reicht vom Tisch decken über Kochen, Putzen bis hin zum Hygiene- und Ernährungsmanagement.

Und jedes Schuljahr wird mit einem Projekt abgeschlossen, das die Schülerinnen selbst organisieren müssen. „Ich habe da ein Fest für die Bewohner eines Seniorenheims organisiert, von den Tischkärtchen bis hin zur Speisenauswahl, -zubereitung und Service“, erklärt Paulina stolz. Derzeit ist sie mit fünf anderen Schülerinnen dieser Fachrichtung zusammen. „So eine kleine Klasse hat natürlich Vorteile, man lernt viel mehr und besser“, unterstreicht sie.

Die relativ freie Lern-Atmosphäre schätzt Paulina Karawaew sehr. Denn mit den Lehrern haben alle Hauswirtschafts-Schülerinnen der ASS einen guten Kontakt. Spaß hat sie im parktischen Unterricht vor allem immer dann, wenn es an den Herd geht. „Kochen ist einfach das Beste, und alles, was mit backen zu tun hat, macht mir besonders Spaß“, so Paulina. Nur Nähen findet sie nicht so prickelnd.

Für ihren Schulabschluss, der in diesem Sommer ansteht, nimmt sie viel in Kauf. „Täglich fahre ich eineinhalb Stunden mit Bus und Bahn zur Schule und wieder zurück“, schildert sie ihren Weg von ihrem Wohnort Dürrholz in der Verbandsgemeinde Puderbach. Paulina hat jedenfalls nicht das Gefühl, als künftige Hauswirtschafterin unter einem Rollenklischee zu leiden. „Mein Freund erwartet sowieso, dass ich kochen kann. Und wenn ich mit ihm zusammen koche, haben wir richtig gute Laune dabei“.

Und wer weiß, vielleicht drückt sie demnächst noch weiter die Schul- beziehungsweise Uni-Bank und nimmt ein Anschlussstudium auf. Das könnte dann in Richtung Management gehen.

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