Kreativer Geist in jedem Winkel

Als die Künstlerin Rota Blanck vor rund drei Jahren verstarb, fand ihre Tochter Linna Treuheit in ihrem Fachwerkhaus in Asbach-Rauenhahn ein großes künstlerisches Erbe vor.

Rauenhahn Ausstellung Rota Blanck 1

Linna Treuheit vor Kunstwerken ihrer Mutter Rota Blanck in Asbach-Rauenhahn
Bild: Presseagentur Funk

Sie fand sich „plötzlich auf drei Stockwerken mit insgesamt 330 Quadratmetern wieder, die voll mit Kunst, Mobiliar, Werkzeug, Schrott, Holz und vielen anderen Materialien für weitere Werke waren. Jedes einzelne Teil, das ich vorgefunden habe, erzählte eine Geschichte“, erinnert sich Linna Treuheit an jenen Moment, in dem sie begann, den Nachlass ihrer Mutter zu sichten und zu sortieren.

Erst im Laufe der Zeit wurde ihr bewusst, dass ihre Mutter zu Lebzeiten nie mit ihrer Kunst in die Öffentlichkeit getreten ist. „Niemand hat mitbekommen, wann sie das alles gemacht hat.“ Doch vom Zauber des Vermächtnisses ihrer Mutter ergriffen, machte Linna Treuheit einen großen Teil der kreativen Schaffenskraft ihrer Mutter – über 500 Bilder und rund 200 Skulpturen und Kermikarbeiten – der Öffentlichkeit zugänglich. Sie öffnete nicht nur das Haus für Kunstinteressierte, sondern sorgte auch dafür, dass ein Teil ihrer Werke ausgestellt wurde. „Endlich“, sagte Professor Dr. Frank Günter Zehnder, ehemaliger Leiter des Rheinischen Landesmuseums und derzeit Direktor der Kunstakademie Heimbach, anlässlich einer Ausstellung in Kalkar, wo Rota Blanck in den 1960er Jahren eine Lehre bei dem Bildhauer Alfred Sabisch absolvierte. Denn: „Ihr Schaffen spiegelt auf sehr interessante Weise ihren persönlich-familiären Lebensweg, die unterschiedlichen Ausbildungsstränge, die wichtigen künstlerischen Begegnungen und vor allem auch die völlig uneitle, ja geradezu demütige Haltung gegenüber ihrer unbändigen Kreativität“, so Zehnder.

„Wenn die Künstlerin auch lebenslang wenig ausgestellt hat, verdient das erhaltene und von ihrer Tochter Linna Treuheit engagiert umsorgte Werk eine weitere Auseinandersetzung und Verbreitung“.

So entstand im Rahmen der Ausstellung auch erstmals ein Katalog, der Einblicke in die Werke der Künstlerin gibt. Linna Treuheit freut es ganz besonders, dass einige Werke ihrer Mutter vom 5. Februar bis zum 10. Mai im Kreishaus Neuwied ausgestellt werden. In Rauenhahn selbst sind die Arbeiten der Künstlerin nach Absprache zu besichtigen.

Um das künstlerische Erbe ihrer Mutter zu erhalten, gründete Linna Treuheit den Verein Rota Blanck. Dessen 19 Mitglieder wollen das Haus, in dem Rota Blanck lebte und arbeitete, erhalten und weiterhin mit künstlerischem Leben füllen. „Mein Wunsch wäre es, Wohnung und Werkstatt an einen Künstler zu vermieten“, sagt Treuheit. „Schön wäre es auch, wenn hier Kurse stattfinden und sich Menschen von den Werken meiner Mutter inspirieren lassen könnten“, fügt sie hinzu.

Mehr Infos gibt es auf der Website www.rotablanck.de.

 

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