Landesgartenschau in Neuwied?

Die Konkurrenz ist hart. Neuwied, Bitburg, Bad Kreuznach oder Bad Neuenahr-Ahrweiler – wer erhält den Zuschlag für die Landesgartenschau 2022? Im Juni soll die Entscheidung fallen. Derzeit reist eine Expertenkommission durch die Lande, um die Bewerberstädte genau unter die Lupe zu nehmen.

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Gartenschauen können eine ganze Region beleben, deswegen stehen die Tourismus-Verantwortlichen in den Gemeinden im Kreis Neuwied voll hinter der Bewerbung der Kreisstadt für die Landesgartenschau 2022.
Bild: Büro Station C 23 Rudolph Langner

Sollte Neuwied den Zuschlag erhalten, dann krempelt die Stadt einiges um. Vor allem das Rasselstein-Gelände, das Thyssen-Krupp gehört, soll als Hauptausstellungsfläche völlig umgemodelt werden. Auch der Schlosspark wird dann ein Facelifting erfahren. Die Stadt Neuwied hatte bereits 2012/2013 eine Machbarkeitsstudie erstellt und sich entschlossen, sich für das Großevent zu bewerben. „Uns kommt es darauf an, eine Fläche zu zeigen, die mitten in der Stadt Neuwied liegt, die durch fast 300-jährige industrielle Nutzung nie im Blickwinkel der Öffentlichkeit war und die jetzt möglicherweise nach so langer Zeit wieder öffentlich genutzt werden kann“, so Neuwieds Bürgermeister Rainer Kilgen.

Bei manchen Amtsstuben, Geschäften und Betrieben, die direkt oder indirekt von einer Landesgartenschau profitieren könnten, stellt sich schon Vorfreude ein. „In der Verbandsgemeinde Bad Hönningen dürften wir in jedem Fall von diesem Großereignis des Landes Rheinland-Pfalz direkt profitieren können. Dieses touristisch und wirtschaftlich wertvolle Ereignis wird viele Gäste in unsere Region bringen und auch werblich wird das Mittelrheintal hiervon direkt profitieren. Gastronomie, Hotellerie, Weinwirtschaft und diverse Wirtschaftsunternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen werden die Profiteure der Landesgartenschau sein können“, so Detlef Rodenkirchen, Abteilungsleiter Tourismusförderung der Verbandsgemeinde Bad Hönningen.

Und seine Kollegin Daniela Maier von der Tourist-Information Linz ergänzt: „Durch die Landesgartenschau in Neuwied würde ein absoluter Mehrwert für die gesamte Region entstehen. Das gesamte Stadtbild von Neuwied sowie der Bekanntheitsgrad der gesamten Region würden sich nachhaltig positiv verändern. Damit verbunden ist eine forcierte Infrastruktur, die wiederum für die Steigerung der Lebensqualität stehen kann.“

Eine Landesgartenschau in Neuwied könnte sogar für eine Belebung auf dem Rhein sorgen. „Kommt die Landesgartenschau nach Neuwied, prüfen wir sicher, ob wir unsere Schiffe dort wieder anlegen lassen“, so Nicole Becker von der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt. „Wir würden eine Landesgartenschau in Neuwied jedenfalls begrüßen, denn wie man am Beispiel Bingen sieht, hat eine solches Event einen positiven Einfluss auf die gesamte Region“, unterstreicht sie.

Und da eine Landesgartenschau wohl schlecht ohne Blumen, Sträucher und Bäume auskommt, blickt auch der Chef von Weber Flowers in Ockenfels, Marcel Weber, mit Spannung auf die Entscheidung der Expertenkommission. „Wir beliefern ja schon länger die Stadt Neuwied mit Blumen und würden uns bestimmt an einer Ausschreibung für die Gestaltung beteiligen.“ Und da sicher manch ein Landesgartenschau-Besucher anschließend auf den Blumen-Geschmack gekommen ist, könnte sich Marcel Weber durchaus einen Schub für sein Geschäft vorstellen. (tv)

 

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