Abschalten im „Haus der Stille“

 

Laute innere Stimmen

Seit mehr als 25 Jahren gibt es das Haus der Stille am Ortsrand von Rengsdorf. Im Dezember 1992 wurde das Meditations- und Einkehrzentrum der Evangelischen Kirche im Rheinland eröffnet und seitdem von mehreren tausend Gästen besucht.

Die Stille lässt sich nicht nur im Rengsdorfer Haus sondern auch am Teich im großen Garten erleben.
Bild: Anna Siggelkow

Zu einer kleinen Villa im Jugendstil sind im Laufe der Zeit ein Gästehaus und das „Stille Haus“ dazu gekommen. Alle drei Gebäude befinden sich in einem großen Garten mit altem Baumbestand, umgeben von Wiesen, Wäldern und Feldern. „Ganz viele Gäste sagen, sie stellen das Auto auf dem Parkplatz ab und dann sind sie woanders“, erzählt Dorothea Müth, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Das von Pfarrerin Irene Hildenhagen geleitete Haus bietet ein- bis mehrtägige Einkehrkurse, Stille Tage, Exerzitien, Meditationskurse, Oasentage und spirituelle Übungstage an. Stille zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm. „Manche Kurse finden durchgängig im Schweigen statt. Wir essen dann auch im Schweigen und auf den Fluren gibt es höchstens mal einen Augenkontakt. Man bleibt eher bei sich“, weiß Müth.

Ein Aufenthalt im Haus der Stille ist für Einzelgäste, die für sich eine Zeit der Besinnung, der Entspannung, der Klärung und Neuorientierung suchen, aber auch unabhängig von einem Kursbesuch möglich, bei Bedarf sogar über längere Zeit. Zwei Meditationsräume, ein Andachtsraum und ein eigener Raum für Körperübungen stehen neben zwei Tagungsräumen und dem Kreativraum allen Gästen zur Verfügung.

Den Weg ins Haus der Stille finden laut Hildenhagen sowohl Männer als auch Frauen im Alter von Ende 20 bis 80 plus, viele von ihnen sind der Kirche verbunden. „Ganz viele Menschen machen die Erfahrung, dass es in der Stille erstmal gar nicht still ist“, so Müth, denn „dann werden die inneren Stimmen laut.“ Wer sich in der Stille einfände, „der findet erstmal zu sich selbst und wer zu sich selbst findet, findet in aller Regel auch zu Gott“, sagt Pfarrerin Hildenhagen, die selbst bereits 30-tägige Schweigeexerzitien absolviert hat.

Vom 3. bis 7. Dezember findet im Haus der Stille der Kurs „Stille Tage im Advent“ statt. „Das ist einfach auch nochmal eine gute Gelegenheit, sich im Hinblick auf Advents- und Weihnachtszeit ein bisschen zu sammeln. Oft ist es ja für viele eine besonders hektische Zeit vor Weihnachten und das Weihnachtsfest auch alles andere als eine Stille Nacht, heilige Nacht“, so die Hausleiterin. Anmeldungen sind per E-Mail an anmeldung.hds@ekir.de oder auf der Webseite https://www.ekir.de/haus-der-stille/ möglich.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.