Forum Ehrenamt vermittelt Lesepaten

 

Lesen macht stark und Spaß

Sie öffnen die Tür zur Sprache und der Bücherwelt – Lesepaten. Und sie nehmen sich Zeit für etwas, was heute im hektischen und multimedialen Alltag vieler Familien zu kurz kommt: Vorlesen. Mit dem Ziel, die Freude am Lesen zu wecken, die Lesefähigkeit bei Kindern zu fördern und älteren Menschen Kontakt zur Außenwelt zu schenken, blasen seit Dezember 2010 mittlerweile 15 engagierte Ehrenamtliche in Königswinter zur Schmöker-Offensive.

grandfather with grandson reading book in spring garden

Gemeinsames Lesen ist nicht nur für Opa und Enkel ein großes Vergnügen. Das Vorlesen verbessert die Schulnoten des Nachwuchses um etwa 70 Prozent. Und auch die Älteren profitieren.
Bild: Fotolia

Ihr mache die Arbeit als Lesepatin „auch nach mehreren Jahren noch Freude“, erzählt Edeltraud Pütz. Die Lesepatin geht einmal in der Woche an eine Grundschule in Königswinter, um Kinder beim Lesen lernen zu unterstützen. Sie ist eine von 15 Lesepaten die sich unter dem Dach des Forum Ehrenamt in Königswinter engagieren.

Zwischen zwei und fünf Stunden in der Woche sind die Freiwilligen unterwegs. Sie sind an Schulen, Offenen Ganztagsschulen, Kindergärten tätig, teilweise auch in Senioreneinrichtungen.  „Vorlesen und Selbstlesen ist wichtig für den Spracherwerb und für die persönliche Entwicklung“, hebt Amelie Erdnüss die Bedeutung hervor. Sie leitet die regelmäßigen Teamtreffen der Lesepaten in Königswinter.

Wie aktuelle Studien belegen, profitieren insbesondere Kinder in hohem Maße von regelmäßigem Vorlesen. Wissbegierde, Freude am Lernen, kognitive Stärke und Ausdauer – all das sind Fähigkeiten, die der Nachwuchs beim Lesen und Vorlesen trainiert. Zudem besteht auch ein enger Zusammenhang zwischen Vorlesen und einem späteren Erfolg in der Schule. Denn Kinder in Deutschland, denen täglich vorgelesen wurde, erzielen um 70 Prozent bessere Schulnoten als solche, denen selten oder nie vorgelesen wurde. Dabei sind diese Zahlen unabhängig vom Bildungshintergrund der Eltern.

Doch auch Älteren hilft das Vorlesen: Sie nehmen bewusst am Leben teil und können sich auf diesem Weg ein Stück Lebensqualität erhalten. Somit ist das Aufgabenspektrum einer Lesepatin oder eines Lesepaten so vielseitig, wie die Bedürfnisse der Kinder und der älteren Menschen selbst.

Es zeigen sich zwei Schwerpunkte in der ehrenamtlichen Tätigkeit: das Vorlesen in Gruppen und die Förderung des Lesens in Kleingruppen und in der Einzelbetreuung. Hierbei steht das Erfassen von Textinhalten und das Wecken von Interesse zum eigenen Lesen im Vordergrund.

Die Lesepaten erhalten im Rahmen ihrer Tätigkeit von Seiten der Schule oder der OGS-Leitung eine Gruppe oder einzelne Kinder vermittelt. In Ausnahmen gibt es auch Lesepaten, die auf Grund ihrer fachpädagogischen Vorbildung, ihrer Motivation und größerer zeitlicher Spielräume die Förderung von Kindern übernehmen, bei denen infolge von Migrationshintergrund, Lernschwächen oder Entwicklungsstörungen eine langfristige, zeitlich umfassende, kontinuierliche und systematische Lern-Förderung notwendig ist.

Weil das Forum Ehrenamt regelmäßig mehr Anfragen hat als sie Lesepaten vermitteln kann, ist der Bedarf an neuen Kolleginnen und Kollegen sehr hoch. „Voraussetzung ist, dass die Ehrenamtlichen Freude am Umgang mit Menschen und Büchern haben“, sagt Gabi Burmann vom Forum Ehrenamt. Wer Interesse an dieser Tätigkeit hat, kann sich direkt an das Forum wenden: Forum Ehrenamt, Freiwilligenagentur für Königswinter und Umgebung, Telefon: 0 22 23/92 36 36, info@forum-ehrenamt.de, www.forum-ehrenamt.de.

 

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