Weihnachtsdorf Waldbreitbach strotzt der Corona-Pandemie

 

„Leuchtendes Beispiel“

„Statt zum Weihnachtsmarkt ins Weihnachtsdorf“ – diese Parole hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer schon vor Wochen ausgegeben. Waldbreitbach kann dabei auf mehr als 30 Jahre Tradition verweisen. Im RWN-Interview erläutert Florian Fark für den Touristikverband Wiedtal, warum Weihnachten an der Wied keineswegs ausfällt.

Der festlich illuminierte Zunftbaum in der Ortsmitte Waldbreitbachs zählt auch in diesem Jahr zu den Attraktionen des Weihnachtsdorfs.
Bild: Touristikverband Wiedtal/Andreas Pacek

Herr Fark, bleibt das Weihnachtsdorf Waldbreitbach in diesem Jahr duster?

Fark: Keineswegs, auch wenn es in den vergangenen Wochen für den Arbeitskreis keine leichte Aufgabe war, immer auf die politischen Vorgaben zu reagieren. So werden auch einige Attraktionen aus den vergangenen Jahren diesmal nicht angeboten werden, beispielsweise die Naturwurzelkrippe in der Pfarrkirche oder der Christkindchenmarkt.

 

Sind es aber nicht gerade die Attraktionen, die die Besucher angelockt haben?

Fark: Auch, aber eben nicht alleine. Es handelt sich bei unserem Weihnachtsdorf nicht um einen eingezäunten Platz, auf dem gefeiert wird. Das inzwischen auch überregional anerkannte und ausgezeichnete Konzept bezieht seit Jahrzehnten schon das gesamte Ortsgebiet, ja teilweise auch die Region drumherum mit ein. Leuchtendes Beispiel im wahrsten Sinne des Wortes ist ja der Stern von Bethlehem. Der erstrahlt schon seit einigen Tagen.

 

Welche Attraktionen erwarten die Besucher noch in diesem Jahr?

Fark: Alle Attraktionen im Weihnachtsdorf können täglich besucht werden, befinden sich draußen an der frischen Luft und der Eintritt ist frei. Sie bleiben auch alle bis zum letzten Sonntag im Januar aufgebaut. Beispiele sind: Der kleine Krippenweg, der allein 60 Stationen aufweist und durch das Dorf führt; der bereits genannte Stern von Bethlehem mit 3500 Lichtern und über 30 Krippen am Rande des Wanderwegs sowie der festlich illuminierte Zunftbaum in der Ortsmitte.

 

Hat der erzwungene Verzicht auch gute Seiten?

Fark: Es ist ja eben das schillernde und manchmal auch etwas lautere Beiprogramm, das diesmal fehlt. Aber vielleicht können die Gäste, vor allem aber auch verstärkt die Einheimischen, deshalb die festliche Ruhe etwas mehr genießen.

 

Wie haben Sie denn aber Ihre Mitstreiter in diesen Wochen motivieren können?

Fark: Das war leichter als zu vermuten wäre. Es ist schon ein recht eingespieltes Team. Es ist aber auch der gemeinsame Wille, das Erreichte nicht zu gefährden, also unbedingt weiter im Gespräch zu bleiben. (fu)